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Archiv Schweiz-Osteuropa ASO


Identifikation

Signatur:

Ar 579

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

ca. 1800-2010

Umfang:

4.5 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Das Archiv Schweiz-Osteuropa (ASO), zusammengetragen am Fachbereich Osteuropa des Historischen Seminars der Universität Zürich, enthält Materialien zu kulturellen, wirtschaftlichen und vielerlei anderen Kontakten zwischen der Schweiz und den Ländern Osteuropas.

Die Idee zur Realisierung des ASO entstand anfangs der 1990er Jahre, als Christine Gehrig-Straube die im Zusammenhang mit ihrem Dissertationsprojekt zusammengetragenen Materialien über die „Nichtbeziehungen“ zwischen der Schweiz und der Sowjetunion in den Jahren 1918 bis 1946 dem Fachbereich Osteuropa schenkungsweise überliess.

Während im Russlandschweizer-Archiv (RSA, SOZARCH Ar 535) Quellen zu Personen aus der Schweiz, die dauerhaft in Russland lebten oder leben, gesammelt wurden, bestand mit dem ASO die Absicht, auch kurzlebigere und damit umso zahlreichere Kontakte zu dokumentieren. Zudem richtete das ASO seinen Blick nicht nur auf Russland, sondern auf ganz Osteuropa.

Übernahmemodalitäten

Übernommen mit dem Russlandschweizer-Archiv (SOZARCH Ar 535) am 17.09.2013. Die Übernahme wurde von Daniel Ursprung betreut.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält zwei Gruppen von Materialien: Publikationen und Quellen.

Publikationen: Alle Arten von Texten, die für eine grössere Öffentlichkeit gedacht sind, gedruckt, verkauft, verbreitet und versandt wurden, wurden der Signaturgruppe "Publ" zugeordnet. Dazu gehören Zeitungsartikel, Magazintexte und wissenschaftliche Aufsätze. Neben einzelnen Nummern von Zeitschriften, etwa einer Ausgabe der "Duna", des schweizerischen "Ungarischen Anzeigers" vom Frühjahr 1991 (Publ 145) wurden hier auch abonnierte Bulletins abgelegt, beispielsweise die Hefte der "Stiftung Jugendaustausch Schweiz - GUS" (Publ 137). Zu den Publikationen gehören auch Kopien von Sondernummern in russischer Sprache der von der Schweizer Zentrale für Handelsförderung in Zürich und Lausanne herausgegebenen Zeitschirft "Schweizer Industrie und Handel" der Jahre 1936, 1937 und 1948 (Publ 174). Ferner finden sich wissenschaftliche Aufsätze, die Schweizer in fremden Diensten thematisieren, etwa der Text von Georg Hoffmann zur grossbritannischen Schweizer Legion im Krim-Krieg (Publ 64) oder Notizen zum Tagebuch eines St. Galler Offiziers im Heerzug Napoleons 1812 von Karl Schoenenberger (Publ 82).

Quellen: Zu den Quellen gehören ungedruckte Texte in Form von Manuskripten bzw. Typoskripten und sogenannte Graue Literatur, auch Laserausdrucke mit kleiner Auflage, wie Reiseberichte oder Seminararbeiten sowie Fotografien und Gegenstände. Hervorzuheben ist die Tonbandaufnahme eines Interviews von C. Goehrke mit Joseph Ehret (1896-1984) (Q 58). Ehret war 1922 bis 1940 Ordinarius für Germanistik an der Universität Kaunas (Litauen). Auch die umfangreichen Vorarbeiten von Ilda Cani zu einer Untersuchung der schweizerisch-albanischen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit fanden hier Platz (Q 73). Ferner sind Kopien rechtlicher Dokumente zu Beziehungen der Schweiz mit osteuropäischen Ländern aus anderen Archiven vorhanden. Spezielle Erwähnung verdient die Forschungsdokumentation von Christine Gehrig (Q 10005-Q10025). Hier sind nicht nur die Kontakte zwischen der Schweiz und der Sowjetunion während der Zeit ohne formelle diplomatische Beziehungen dokumentiert, sondern auch die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und die Etablierung solcher Beziehungen.

Zeitlich liegt der Schwerpunkt der vorhandenen Materialien auf dem 20. Jahrhundert. Das 19. Jahrhundert ist deutlich weniger stark vertreten und in die Frühe Neuzeit reichen nur wenige Texte. Geographisch überwiegt die Dokumentation von Beziehungen zu Russland, aber auch Polen, das Baltikum und Südosteuropa sind gut vertreten.

Bewertung und Kassation

Es wurden keine Kassationen vorgenommen.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen vorwiegend in deutscher und russischer Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Veröffentlichungen

Stefan Rohdewald: Das Archiv Schweiz-Osteuropa (ASO) – ein Kurzportrait, in: Der Fachbereich Osteuropa am Historischen Seminar der Universität Zürich, hrsg. von C. Goehrke, Zürich 2002, S. 17-19


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Bearbeitet im Herbst 2014 von H. Villiger und U. Kälin.