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Gäumann-Wild Doris (1900-1993)


Identifikation

Signatur:

Ar 1011

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1929-1995

Umfang:

0.3 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Doris Nanette Gäumann-Wild wurde am 19.02.1900 in Bern geboren. Als jüngstes von drei Kindern verlebte sie eine frohe Jugendzeit in Bern, Basel und ab 1909 in Zürich. Nach der Sekundarschule besuchte das begabte Mädchen das Gymnasium, damals Höhere Töchterschule genannt. Nach der Maturitätsprüfung studierte Doris Wild ein Semester Architektur, wechselte dann auf Kunstgeschichte an der Universität Wien. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg war Wien ein etwas unruhiger, aber sehr interessanter Ort. Den Wiener Jahren verdankte Doris mehrere Beziehungen, welche die Jahre überdauert haben. 1924 erwarb sie den Doktortitel. 1924 bis 1928 war Doris Wild als Assistentin im Zürcher Kunsthaus tätig, ab 1928 arbeitete sie an der Volkshochschule mit, zeitweise auch an der Höheren Töchterschule. Daneben lieferte sie Artikel und Beiträge für diverse Zeitschriften und Tageszeitungen. Die eifrige Besucherin des legendären Kaffeehauses "Odeon" lernte dort in den späten 1920-er Jahren den weitgereisten Botaniker Ernst Gäumann kennen, damals frischgebackener Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule. Im November 1931 heirateten die beiden. 1937 wurde der einzige Sohn Niklaus geboren.

Ende 1938 bezog die Familie die Liegenschaft von Max Otto Wild am Parkring in Zürich-Enge. Besonders während der Kriegsjahre war das Haus am Parkring für viele ein Ort der Gastlichkeit; neben Künstlern, Wissenschaftern und Politikern gingen dort auch viele Emigranten ein und aus, teils Leute mit grossen Namen.

Doris Gäumann war Mitglied des Lyceumclubs und langjährige Präsidentin der literarischen Sektion. Während des Krieges arbeitete sie in einem leitenden Ausschuss des zivilen Frauenhilfsdienstes mit. Im städtischen Kunstleben spielte sie lange Zeit eine recht wesentliche Rolle. 1950 publizierte sie das Buch "Moderne Malerei", das vorwiegend während des Krieges entstanden war, Eine Episode besonderer Art bildete um 1950 der Kampf um die Erhaltung der Villa Tobler an der Winkelwiese. Am 05.12.1963 verstarb ihr Mann, kurz vor seiner Pensionierung. Doris Gäumann blieb in ihrer vertrauten Umgebung am Parkring. Sie hatte nun vermehrt Zeit für die Pflege von Freundschaften und Beziehungen. Im Zentrum stand eine Arbeit, der sie sich seit den fünfziger Jahren zugewendet hatte, nämlich eine Monographie über den französischen Maler Nicolas Poussin. Nach vielen Mühen erschien das Werk 1980 im Druck.

Eine grosse Freude war es für Doris Gäumann, dass ihr der damalige Stadtpräsident Sigmund Widmer zu ihrem 80. Geburtstag einen Empfang im Stadthaus arrangierte. Zuletzt lebte Doris Gäumann im Pflegeheim Schmiedhof, wo sie am 09.09.1993 verstarb.

Übernahmemodalitäten

Die Übergabe der Akten erfolgte am 16.11.2017.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält in erster Linie Artikel und Texte von Doris Gäumann-Wild. Daneben sind

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden neben Doubletten und Mehrfachexemplaren auch Presse- und Zeitschriftenartikel, die nicht von Doris Gäumann-Wild verfasst wurden oder mit ihr in keinem Zusammenhang stehen.

Neuzugänge

Nachlieferungen werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Akten in deutscher, französischer und italienischer Sprache.

Sachverwandte Unterlagen

Veröffentlichungen

Doris Gäumann-Wild: Nicolas Poussin, 1900-1980 Doris Gäumann-Wild: Moderne Malerei: ihre Entwicklung seit dem Impressionismus, 1880-1950, (Signatur: BG 843)


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Der Bestand wurde im November 2017 von H. Villiger bearbeitet.