Oettli, Marie-Louise (1908-1997)


Biographisches

Ar 147.10.1
Biografisches; Korrespondenz

Mappe 1: Gästebuch der Familie Oettli (1906-1927)
Von Mathilde Oettli-Zollikofer ihrem Sohn Max Oettli gewidmet.
Mappe 2: Natalie Oettli-Kirpitschnikowa
Enthält den Lebenslauf von Natalie Oettli-Kirpitschnikowa (1875-1966) sowie die von Natalie Oettli-Kirpitschnikowa 1944 aufgezeichneten und mit Fotografien versehenen Erinnerungen an die Schwiegermutter Mathilde Oettli-Zollikofer (1836-1918) aus St. Gallen (z.T. beschädigt).
Mappe 3: Korrespondenz, 1912-1991
Enthält Familienkorrespondenz (nach Glarisegg und Vers-chez-les-Blanc), 1912-1963; zwei Briefe von Minna Specht; Korrespondenz (nach Zürich und Bolligen), 1948-1978 bzw. 1983-1989; Fotokopien von beschädigter Korrespondenz, 1951-1991; Briefentwürfe von Mascha Oettli, 1970-1989; offizielles Briefpapier verschiedener Institutionen; Korrespondenz 1947-1992 (u.a. Briefe von Kurt Regeler 1948, Walter Eichler 1948, Susie Miller 1988)

Ar 147.10.2
Ego-Dokumente; Aufsätze und Schriften; Diverses

Mappe 1: Ego-Dokumente: Diverses, 1946-1991
Enthält: Zeugnisse von Mascha Oettli (1927-1936) sowie Ausweise von Mascha, Dora und Max Oettli (Fotokopien der beschädigten Dokumente); Auszüge und Belege der Zürcher Kantonalbank, 1978/79 und 1985; Auszüge und Belege der Genossenschaftlichen Zentralbank AG, 1972-1983; Dokumente der Genossenschaft Hobel (Anteilscheine, Darlehen), 1946-1986; Notizen (Adressen; Schallplatten (?)); das handschriftliche Testament von Mascha Oettli, 23.11.1989; Unterlagen zum Alters- und Pflegeheim Stapfenmatt, 1991.
Mappe 2: Ego-Dokumente: Diverse Versicherungen, 1937-1990
Enthält Rechnungen, Belege und Korrespondenz zur Kranken- und Unfallversicherung (Alpina; AKK), 1937-1990; Dokumente zur Coop-Lebensversicherungs-Genossenschaft, 1953-1987; Dokumente zur Haushalt- und Sachversicherung (Basler), 1965-1988; Policen und (Familien-)Korrespondenz zu den Gebäudeversicherungen (Basler) für die privaten Häuser der Familie Oettli (?) im Tessin (Intragna-Derbi, Intragna-Comino, Berzona-Chel), 1965-1981.
Mappe 3: Aufsätze (Typoskripte)
‘Communauté de Travail Boimondau‘ (Boitiers de montres du Dauphiné) in Valence:
Communauté de Travail Boimondau, eine Arbeits- und Lebensgemeinschaft von Uhrenarbeitern (undatiert, um 1946; 2 Seiten)
Ein frischer Wind weht aus Frankreich (undatiert; 3 Seiten)
Aus der Entstehungsgeschichte der Gemeinschaft (undatiert; 5 Seiten)
Moralische Mindestanforderungen an die Mitglieder der Gemeinschaft (undatiert; 6 Seiten)
Einstimmigkeit und doppeltes Vertrauen (undatiert; 4 Seiten)
Die Zahlung des Lohns nach dem „menschlichen Wert“ (undatiert; 4 Seiten)
Schweizer Politik: Bodenspekulation, Landwirtschaft:
Kampf gegen Bodenspekulation (undatiert, um 1956)
Probleme der Landwirtschaft müssen dringend gelöst werden (undatiert, um 1985; 4 Seiten)
Diverse Themen:
Betriebsdemokratie in Amerika (undatiert; 5 Seiten)
Die Stellung der Frauen in den sozialdemokratischen Parteien – Seminar des internationalen Rates sozialdemokratischer Frauen in Helsinki (undatiert; 4 Seiten)
Er redet! (undatiert; 3 Seiten)
Mary Saran - eine internationale Sozialistin, 1976, 3 Seiten
Eindrücke aus dem Gaza-Streifen, undat. (1967?), 4 Seiten [beiliegend: Bericht der fact-finding Delegation des Internationalen Rates sozialdemokratischer Frauen in Israel, November 1967]
Mappe 4: Schriften (gedruckt)
Communauté de Travail Boimondau, eine Arbeits- und Lebensgemeinschhaft von Uhrenarbeitern. – In: Der neue Bund (Hg.: Escherbund), Nr. 11/12, 12. Jg., 1946.
Der bisherige Leidensweg der neuen schweizerischen Agrargesetzgebung. – In: Rote Revue, Nr. 12, 28. Jg., 1949.
Probleme der Landwirtschaft und der Ernährung – europäisch gesehen. – In: Rote Revue, Nr. 5, 30. Jg., 1951.
Gleicher Lohn für eine gleichwertige Arbeit der Frauen. – Sonderdruck aus ‘Schule und Leben‘, Dezember 1951.
Kampf gegen die Bodenspekulation. – Herausgegeben von der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz. Zürich 1956.
Kissel, Margrit / Oettli, Mascha: Sozialdemokratische Frauengruppen der Schweiz. Werden und Wirken. – Separatabdruck aus der Zeitschrift ‘Die Frau in Leben und Arbeit‘. Herausgegeben von den Sozialdemokratischen Frauengruppen der Schweiz. Zürich 1960.
Die Initiative der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz und des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes gegen die Bodenspekulation. – In: Der Vertrauensmann. Mitteilungsblatt und Materialsammlung für Vertrauensleute (Hg.: SPS), März 1963.
Nachruf auf den Bundesrichter Werner Stocker. (keine Angaben)
Mappe 5: Diverses, enthält:
- agrarpolitische Schriften von Robert Grimm (1928) und von Eugen Steinemann (1936, 1943)
- zwei Schriften von Minna Specht (1925, 1957) sowie verschiedene Dokumente zu Leonard Nelson / ‘Walkemühle‘ / ‘Freunde der philosophisch-politischen Akademie‘; Erinnerungen an Minna Specht. Gedenkfeier im Freizeitheim Vahrenwald, Hannover, 19. Januar 1980, mit Erinnerungen von G. Heckmann, F. Eberhard, Martha Damkowski, Susanna Miller, Sajero Gloger, Charlotte Heckmann u. Karl-Heinz Bramson, 48 Seiten
- Schrift „Das Onsernonetal“ von Karl Matter, 1951
- Auszüge aus einem Interview aus den frühen siebziger Jahren mit Max Fürst
- verschiedene Dokumente zu „Brot + Haarlätsch“ / „Eine andere Geschichte“, einem Filmprojekt von Tula R. Roy über die Frauen der Schweizer Arbeiterinnen- und Frauenbewegung, 1987-1989
- Unterlagen betr. Friesstiftung, ca. 1980-1987
- zwei Bilder (unbestimmt)

Akten Al Forno

Die ‘Feriengemeinschaft Al Forno‘ geht auf Schüler der ‘Walkemühle‘ zurück, einem vom Philosophen Leonard Nelson (1882-1927) 1922 gegründeten Landerziehungsheim bei Melsungen in der Nähe von Kassel: Zwei ehemalige Schüler, das Ehepaar René und Hanna Bertholet aus Genf, kaufen anfangs der vierziger Jahre in Pila oberhalb Intragna (TI) zwei halbverfallene Häuser mit dem Ziel, dort politische und pädagogische Bildungskurse durchzuführen.

Um dem Unternehmen eine juristisch solide Basis zu geben, wird am 29. Mai 1944 der Verein ‘Feriengemeinschaft Al Forno‘ gegründet, dem auch die beiden Liegenschaften übertragen werden. Mascha Oettli – auch sie war drei Jahre Schülerin der ‘Walkemühle‘ – ist von Anfang an Präsidentin und Verantwortliche der Feriengemeinschaft. Zu den bestehenden Liegenschaften kommen in den folgenden Jahren etliche Parzellen Land sowie drei weitere baufällige Gebäude hinzu. Die Bauarbeiten werden fast ausschliesslich selber, freiwillig und unbezahlt geleistet.

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg dient Al Forno u.a. auch als geschützter Aufenthaltsort für politische Flüchtlinge aus Deutschland. In den Jahren nach dem Krieg wird es immer mehr zu einem offenen Ferienheim: es kommen viele Mitglieder und Funktionäre der SPS sowie Freunde aus vielen Ländern, so dass Al Forno zu einer internationalen Begegnungsstätte wird. Viele Gäste kommen aus dem ‘Freundeskreis der Philosophisch-Politischen Akademie‘, welche Erbin des Vermögens der ‘Walkemühle‘ aus der Wiedergutmachung nach dem Krieg ist. – Der ursprüngliche Plan, in den Häusern Bildungskurse durchzuführen, wird zurückgestellt.

Ende der siebziger Jahre müssen die Strukturen von Al Forno überdacht werden, denn viele Mitglieder sind inzwischen verstorben. 1979 entwickelt SPS-Zentralsekretär Rudolf Strahm nach einem Aufenthalt in Al Forno zusammen mit Mascha Oettli Pläne für die Weiterführung des Zentrums als Bildungsstätte der SPS und als Ferienort für schweizerische und ausländische Partei- und Gewerkschaftsfreunde.

Am 17. Dezember 1980 beschliesst die Geschäftsleitung der SPS, die Mitverantwortung für die Weiterführung von Al Forno zu übernehmen. Parteipräsident Helmut Hubacher sowie andere Parteimitglieder werden 1981 neue Mitglieder des Vereins und bilden zusammen mit Mascha Oettli und Rudolf Strahm einen Vorstand, dessen erste Aufgabe der Ausbau und die Modernisierung der bestehenden Häuser ist. Auch die Verwaltung der Feriengemeinschaft muss neu besetzt werden.

Am 14. September 1983 treten die neuen Statuten der Feriengemeinschaft in Kraft, in denen die besondere Stellung der SPS in einer Vereinbarung definiert wird (Uebernahme der Defizitgarantie). Ein neuer Vorstand übernimmt unter dem Präsidium von Mascha Oettli und mit dem Aktuar Rudolf Strahm die Geschäfte.

1986/87 wird infolge verschiedener Veränderungen im Betrieb von Al Forno und eines damit verbundenen finanziellen Engpasses (Zinslasten einer zum Ausbau und zur Modernisierung der Häuser aufgenommenen Hypothek) die Gründung einer Genossenschaft (Betriebs- oder Trägergenossenschaft) erwogen und schliesslich vom Vereinsvorstand die Gründung einer Unterstützungsgenossenschaft beschlossen. Doch bereits 1987 legt André Daguet einen Statutenentwurf für die Umwandlung des Vereins in eine Stiftung vor, und 1989 ist wiederum ein Entwurf für neue Vereinsstatuten dokumentiert.

Heute ist die Trägerschaft von Al Forno ein kleiner, der SPS nahe stehender Verein, der sich für die bestmögliche Wahrung der Feriengemeinschaft mit ihrem ideellen Erbe einsetzt.

Quellen:

http://www.zonic.ch/al-forno/

M. Oettli: Kleine Geschichte von al Forno.

Ar 147.20.1
Dokumente Al Forno, 1943/44-1985

Mappe 1: Grundstück- und Immobilienerwerb, 1943/44-1954
Enthält Kataster- und Baupläne sowie amtliche Dokumente zu den Kaufverträgen.
Mappe 2: Grundstück- und Baufragen, 1962-1984
Enthält diverse Vereinbarungen und Verträge zu Wegen, Brunnen, Seilbahn u.ä.;
ein Baugesuch von 1970; Unterlagen zu den Umbauplänen 1983/84; Unterlagen zur Strassenverbindung Pila-Intragna, 1984.
Mappe 3: Diverse Rechnungen, 1946-1974 (1982)
(Enthält auch die Rechnungen für Uebernachtungen 1982.)
Mappe 4: Versicherungen, 1944-1985
Enthält Belege, Policen, Korrespondenz.

Ar 147.20.2
Dokumente Al Forno, 1944-1990

1944-1990

Mappe 1: Verwaltung, 1975-1988
Enthält Unterlagen zu den Steuern sowie Dokumente zur Verwalterstelle (u.a. Bewerbungen, Arbeitsverträge, Pflichtenhefte).
Mappe 2: Trägerschafts-Strukturen, 1944-1987
Enthält die Statuten von 1944, 1975 und 1983 sowie die Vereinbarung zwischen der SPS und dem Verein ‘Feriengemeinschaft Al Forno‘ von 1983; die Vereins-Beitritts-Erklärungen von SP-Parteimitgliedern 1981; die Unterlagen zur Gründung einer Genossenschaft (Statuten- und Vertragsentwürfe) 1986/87.
Mappe 3: Trägerschafts-Strukturen, 1987-1990
Enthält Dokumente zur Unterstützungsgenossenschaft sowie zum Spendenaufruf vom April 1987; den Statutenentwurf für eine Stiftung Al Forno von 1987; den Entwurf für neue Vereinsstatuten von 1989.
Mappe 4: Finanzen, 1959-1987; Protokolle, 1983-1987
Enthält Jahresrechnungen, Bilanzen, Budgets etc.; Protokolle (inkl. zugehöriger Korrespondenz) zu Vorstandssitzungen und Generalversammlungen.

Ar 147.20.3
Dokumente Al Forno, 1980-1991

1980-1991

Mappe 1: Korrespondenz, 6.3.1980 - 26.8.1983
Mappe 2: Korrespondenz, 1.9.1983 - 17.4.1991
Mappe 3: Diverses
Enthält verschiedene Versionen einer „Kleinen Geschichte von al Forno“ von M. Oettli; Unterlagen zu Werbeprojekten für Al Forno; eine Dokumentation zur ‘Genossenschaft Jugendferienzentrum Mergoscia‘ (TI); die Aufzeichnung des Lebensberichtes einer Tessiner Bergbäuerin (Ida).

Bilddokumente

107 digitalisierte Einheiten

Über 100 Fotos, vorwiegend aus dem privat-familiären Bereich von Mascha Oettli (1908-1997)

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.