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Büchergilde Gutenberg


Identifikation

Signatur:

Ar 201.10

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1933-1982

Umfang:

0.8 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Die Buchgemeinschaft Büchergilde Gutenberg entstand 1924 auf einer Fachtagung des Bildungsverbands der deutschen Buchdrucker in Leipzig unter der Initiative von Bruno Dressler. Das gewerkschaftliche Projekt sollte in der Zeit der überwundenen Inflation auch den unteren Schichten, insbesondere der Arbeiterschicht, die Gelegenheit geben, günstig kulturell hochwertige Bücher zu erwerben. Die Büchergilde verstand sich als »Kulturinstitution der Werktätigen«. Dementsprechend wurden v. a. sozial engagierte Texte moderner Autoren in das Programm aufgenommen (etwa der Anarchist B. Traven, Oskar Maria Graf, Martin Andersen Nexö, Jack London, Mark Twain etc.). Bis 1931 entstand ein Netz von 27 Geschäftsstellen in Deutschland, dazu kamen Niederlassungen in Zürich, Wien und Prag. 1933 lag die Mitgliederzahl bei 85'000. Mit der Machtübernahme Hitlers 1933 wurde der Verband der deutschen Buchdrucker innerhalb der Deutschen Arbeitsfront gleichgeschaltet, die Mitarbeiter wurden nach einer kurzen Übergangszeit aus politischen Gründen entlassen. Der Betrieb der Büchergilde bestand allerdings durch die Abtrennung des Züricher Zweigs in der Schweizer Emigration fort. Als Genossenschaft Büchergilde Gutenberg warb sie so alleine in der Schweiz bis 1945 rund 100'000 Mitglieder, dazu entstand eine Tochtergesellschaft in Lausanne. 1947 Neugründung der deutschen Büchergilde als Tochtergesellschaft des DGB in Frankfurt am Main durch Helmut Dressler (1910-1974). Zu den ersten gedruckten Autoren gehörten Erich Kästner, Stefan Zweig und Golo Mann. 1994 ging die Büchergilde vollständig in den Besitz der gewerkschaftseigenen Holding Beteiligungsgesellschaft für Gemeinwirtschaft (BGAG) über. 1998 kam es zu einer Umstrukturierung der Besitzverhältnisse. Die Gewerkschaft zog sich vollständig aus dem Unternehmen zurück. Der Betrieb wurde an führende Mitarbeiter verkauft.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: Protokolle der Verwaltungssitzungen und Delegiertenversammlungen, Statuten, Akten der Personalkommission, Korrespondenz, Jahresberichte. Produktionskarten, Präsenzbuch der Gruppe Büchergilde des VHTL, Unterlagen zur gescheiterten Restrukturierung 1979-1982, Verschiedenes.

Bewertung und Kassation

Es wurden keine Kassationen vorgenommen.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Veröffentlichungen

Die Büchergilde Gutenberg. Nachlass Dressler 1913-1999, bearb. von Robert Höffner u.a., Essen 2002 (=Schriften des Fritz-Hüser-Instituts für Arbeiterliteratur. Reihe 2, Forschungen zur Arbeiterliteratur, Band 11). Signatur: 109922

Erfüllte Träume. Bruno und Helmut Dressler und die Büchergilde Gutenberg 1924-1974 [erzählt und kommentiert von Luise Maria Dressler], Frankfurt/Main 1997. Signatur: 102823

Franz Heiniger, Die Büchergilde Gutenberg: Die Buchgemeinschaft der Arbeiterbewegung, in: Cahiers d'histoire du mouvement ouvrier, 19 (2003), Signatur: D 5037