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Junge Kirche / Schweizerischer Zwinglibund


Identifikation

Signatur:

Ar 420

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1919-2004

Umfang:

4.3 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

In den Jahren 1916/1917 wird der Bund evangelischer Jugend Ostschweiz (BEJO) als Vorläufer der Jungen Kirche gegründet. Der BEJO blieb bis 1928 aber nur ein lockerer Zusammenschluss verschiedener Jungmännerbünde, zu denen auch Frauen zugelassen waren. Bis 1928 musste der BEJO einen starken Mitgliederschwund hinnehmen. Der junge Pfarrer Hans Roduner positionierte den BEJO näher an der Landeskirche und konzentrierte sich auf die evangelische Jugend als Zielgruppe. Dank dieser Massnahmen wuchs der BEJO auf 208 Gruppen mit 4'500 Mitgliedern. Daneben wurden auch Skilager- und Ferienlager, sowie regionale Tagungen und Freundschaftstreffen abgehalten. 1929 schlossen sich diverse Konfirmandenklassen zum Schweizerischen Zwinglibund zusammen. Das Gebiet des Zwinglibundes umfasst die Kantone Basel, Bern, Luzern, Zürich und Aargau. Vor allem im Kanton Zürich kam es zu einer Zusammenarbeit zwischen Zwinglibund und BEJO. 1935 bildeten BEJO und Zwinglibund eine Arbeitsgemeinschaft. Sie gaben gemeinsam die Monatszeitschrift "Junge Kirche" heraus. Am 12. Mai 1935 wurde der Bund kirchlicher Jugendgruppen Mittelschweiz gegründet. Er setzte sich zum Ziel, die Konfirmandengruppen im Kanton Bern besser zu vernetzen und zu fördern. Daneben gab es aber auch 3 Ableger in der Deutschschweiz, im Kanton Solothurn, Freiburg und in der Waadt. In den zwei Jahren seines Bestehens hatte der BKJM 1600 Mitglieder in 55 Gruppen. 1937 schlossen sich der BEJO, der BKJM und der ebenfalls einige Jahre zuvor ins Leben gerufene evangelisch-rätische Jugendring zur Jungen Kirche zusammen. Dadurch kam es zu einer Intensivierung der kirchlichen Jugendarbeit. Als Ziele nannte die Junge Kirche die Betreuung der Jugendlichen auf Gemeindeebene und das ausdrückliche Bekenntnis zum christlichen Glauben. Aktivitäten während des Zweiten Weltkrieges: - 1940 Die Junge Kirche beteiligt sich am Referendum gegen den obligatorischen militärischen Vorunterricht, das mit 49'602 Unterschriften zustande kommt. Die JK unterstützt zwar die körperliche Ertüchtigung. Ihrer Ansicht käme aber das Gemeinschaftsgefühl im militärischen Vorunterricht zu kurz. Obwohl ein grosser Teil der Presse für das neue Gesetz über den obligatorischen Unterricht befürwortet, wird es am 1. Dezember 1940 mit 434'817 Nein gegen 345'350 Ja abgelehnt - 1941 Zum 650. Geburtstag der Schweiz veranstaltet die JK eine Landsgemeinde zum Thema "Im Namen Gottes des Allmächtigen". Dies sollte auch eine Anspielung auf die Präambel der Bundesverfassung sein. Die Junge Kirche druckte die Vorträge dieser Veranstaltung (unter anderem von Karl Barth, Georg Thürer und Emil Brunner) und verschickte sie an ihre Mitglieder. Die Auflage erreichte immerhin 12'900 Exemplare. Obwohl die Zensur 8 Tage später diese Literatur verbietet, kann sie nur noch wenige Exemplare beschlagnahmen. - 1942 Die Landsgemeinde der JK findet im Zürcher Hallenstadion vor 6'000 Mitgliedern unter dem Motto "Widerstehet" statt. Pfarrer Walther Lüthi kritisiert die Schliessung der Grenze in harschen Worten. Bundesrat Eduard von Steiger verteidigt die Position des Bundesrates mit dem Schlagwort vom „vollen Boot“. In den 1960er und 1970er Jahren geriet die kirchliche Jugendarbeit in eine Krise. Die 68er-Bewegung (Globuskrawalle) sowie die sich etablierende Ökumene führen zu einer Neustrukturierung der kirchlichen Jugendarbeit. Mit der Lancierung des Monatsmagazin "Kontakt" versucht die JK auf die strukturellen Probleme zu reagieren. Das Magazin musste aus finanziellen Gründen 1974 eingestellt werden. 1992 beschliesst die Bundesmitglieder-Versammlung der Jungen Kirche Schweiz die Fusion mit dem Schweizerischen Zwinglibund. Unter dem Kürzel JK-ZB und einem neuen Erscheinungsbild beginnt eine weitere neue Phase der Jungen Kirche. 1999 wird die JK-ZB erneut umstrukturiert. Die inhaltliche Jugendarbeit wird an die vier Mitgliederverbände Mittelschweiz, Nordwestschweiz, Ostschweiz und Bern delegiert. Das Kürzel ZB wird aus dem Vereinsnamen gestrichen. Dies bedeutet das definitive Ende des Zwinglibundes. 2001 beschliessen die Kreise Mittelschweiz und Nordwestschweiz die Auflösung. Ende 2001 nimmt der Verein Junge Kirche, hervorgegangen aus der Fusion der JK Ostschweiz und der JK Schweiz, erste Konturen an.

Übernahmemodalitäten

Die Akten der Jungen Kirche gelangten am 4. April 2004 aus dem JK-Haus Zweierhof in Schönenberg ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Übernahme wurde von Urs Meier, Präsident der JK, betreut. Die Bearbeitung erfolgte in den Monaten April und Mai 2004 durch Urs Kälin.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: Protokolle von Tagungen, Vorstandssitzungen; Jahresberichte; Zeitschriften; Presseausschnitte; Drucksachen; Bücher; Unterlagen u.a. zum Thema Zivildienst, zu Jugendtreffen, Ferienlager, befreundeten Organisationen; Zeitschriften, Aktionen, Projekten; Korrespondenz; Organisations-Geschichtliches; Stellungnahmen; Studien; Fotodokumente; Akten einzelner Sektionen; Sammelgut

Neuzugänge

Neuzugänge werden erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen vorwiegend in deutscher Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Veröffentlichungen

Periodika:

Spot 1-114 (1973-1991) [alles Erschienene], Signatur: D 5662.

Junge Kirche, 1935-1957. Monatsblatt der "Jungen Kirche" des Bundes evangelischer Jugend, Jg. 1 (1934/35)-Jg. 23 (1956/57). Signatur: N 335.

Leiterbrief, 1938-1992 [alles Erschienene]

jko-ziitig, 1989-2004

Kontakt, die Taschenzeitschrift der Jungen [hervorgegangen aus: Junge Kirche (verschmolzen mit: Der Ruf, Signatur: N 37), 1957-1974. Signatur: N 975.