Für die Konsultation der Unterlagen im Lesesaal vereinbaren Sie bitte telefonisch (043 268 87 50) einen Termin, da die Platzzahl im Lesesaal aufgrund der Corona-Situation beschränkt ist. Der Zugang zum Lesesaal ist nur mit bestätigter Platzreservation möglich.

Dachverband der Familiengartenvereine, Verein für Familiengärten Zürich


Identifikation

Signatur:

Ar 463

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1913-2005

Umfang:

2.4 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Familiengärten sind in Zürich bereits für das 17. Jahrhundert nachgewiesen. In der frühen Neuzeit waren es in erster Linie die Familien der Unterschicht, die auf Selbstversorgung angewiesen waren. Im Zeitalter der Industrialisierung wurde der Gartenarbeit dann vermehrt auch eine sozialpolitische Bedeutung zugeschrieben: Die Arbeit im Pflanzgarten sollte zu Fleiss und Familiensinn erziehen und die Arbeiter vom Alkohol und von der Politik fern halten. In der Versorgungsnotlage des Ersten Weltkriegs wuchs der Bedarf an Pflanzland schlagartig an. In Zürich war Pfarrer Paul Pflüger der wichtigste Förderer der Familiengarten-Bewegung. Auf seine Initiative hin entstand 1915 der Verein für Familiengärten Zürich. Bereits im ersten Jahr wurden 316 Gärten in Betrieb genommen. 1935 wurden 5'657 Parzellen bewirtschaftet und während des Zweiten Weltkriegs erhöhte sich diese Zahl durch die Einrichtung von sogenannten Kriegsgärten vorübergehend nochmals um das Doppelte. Zwischen 1917 und 1971 wurde eine vereinseigene Zeitschrift herausgegeben. Bis ins Jahr 2006 besorgte der Verein für Familiengärten die Verwaltung der hauptsächlich von der Stadt Zürich gepachteten Areale. Es war auch der Verein, und nicht die dreizehn Ortsgruppen, der mit der Stadt die Mietverträge abschloss. Seit 2006 treten nun die Ortsvereine als Vertragspartner von Grün Stadt Zürich auf. Damit hat der Dachverband seine Funktion verloren und wird auf Ende Juli 2008 aufgelöst.

Übernahmemodalitäten

Das Archiv des Dachverbandes der Familiengartenvereine Zürich (Verein für Familiengärten) gelangte am 27.02.2008 aus den Büroräumlichkeiten an der Anton Higi-Strasse ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Übergabe wurde von Herrn Beat Locher betreut.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Das Archiv des Vereins für Familiengärten enthält unter anderem die Protokolle der Vereinsorgane (Geschäftsleitung, Zentralvorstand), eine vollständige Sammlung der Jahresberichte und Periodika („Der Familiengarten“, „Gartenfreund“), umfangreiche Arealakten und Unterlagen zu den Ortsgruppe sowie Bilddokumente und Objekte.

Bewertung und Kassation

Es wurden keine Kassationen vorgenommen. In den Bibliotheksbestand integriert wurden die Periodikabestände und die Monographie: Cent ans d’histoire des jardins ouvriers 1896-1996, ed. par la Ligue Français du Coin de Terre et du Foyer, Grâne 1996.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen

Walter Mathis: Zur Geschichte des Vereins für Familiengärten Zürich (Blätter zur Geschichte des Vereins für Familiengärten Zürich ; Nr. 24a), Zürich 2002. Signatur: Gr 11971

Theodor Pfeiffer: Arbeiter-Gärten (Familiengärten, Schrebergärten, Lauben-Kolonien, Jardins ouvriers, Jardins de famille, coin de terre), Wien 1908. Signatur: KS 333/11-17


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Die Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten wurden im März 2008 durch U. Kälin ausgeführt.