Die gegenwärtige Corona-Epidemie zwingt auch das Schweizerische Sozialarchiv zu einer starken Einschränkung seiner Dienstleistungen:

Archivbestellungen sind im Moment nicht möglich.

Wir danken für Ihr Verständnis und hoffen, Ihnen bald wieder mit allen unseren Dienstleistungen zur Verfügung stehen zu können.

Schweizerischer Arbeiter-Schachbund (SASB), Fédération ouvrière suisse d'échecs (FOSE)


Identifikation

Signatur:

Ar 603

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1914-1989

Umfang:

1.50 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Die Ursprünge der Arbeiterschachbewegung der Schweiz lagen in Zürich, das mit seinem hohen Ausländeranteil, vorwiegend Deutsche, wesentliche Anregungen aus der europäischen Szene erhielt. 1900 wurde hier der erste Arbeiterschachverein gegründet, der unter dem Namen ASK International die Wirren des Ersten Weltkrieges überstand. 1920 bestanden unabhängige Sektionen in Basel, Bern und Winterthur. Diese Vereine gründeten 1922 in Olten den Schweizerischen Arbeiter Schachbund SASB, der als Auslandskreis dem Deutschen Arbeiter-Schachbund angehörte. Eine völlige Selbständigkeit kam hauptsächlich wegen der Zeitung und der Möglichkeit, zu vorteilhaften Bedingungen Schachuhren und Spielmaterial zu beschaffen, zunächst nicht in Frage. Der SASB zählt zum Zeitpunkt der Gründung rund 140 Mitglieder. Am 19. April 1924 wurde ein erstes Turnier mit 64 Spielern ausgetragen. 1926 erfolgte die vollständige Loslösung vom DASB, allerdings wurde die Zeitung als offizielles Organ noch behalten. Eine eigene Publikation, die Schweizerische Arbeiter-Schachzeitung (ab 1983: Schweizer Schach-Magazin) erschien dann erstmals Anfang 1930. 1932 zählte der SASB 43 Sektionen mit 1120 Mitgliedern. Nach einem Mitgliederschwund in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre erholte sich der SASB. 1970 zählte er rund 1500 Mitglieder in 63 Sektionen. Wie die anderen Arbeitersport- und –kulturorganisationen machte auch der SASB in der Zwischenkriegszeit und vor allem nach 1945 eine recht stürmische Entwicklung durch. An den Delegiertenversammlungen wurde über Richtungsfragen heftig diskutiert. Tendenziell nahm die politische (sozialdemokratische) Ausrichtung kontinuierlich ab und an die Stelle der schachspielenden Arbeiter traten nun die Angestellten. In den Statuten von 1981 wurde dann erstmals auf jede politische Positionierung verzichtet. Schliesslich kam es 1995 nach längeren Diskussionen zur Fusion mit dem SSV zum Schweizerischen Schachbund.

Übernahmemodalitäten

Die Akten gelangten am 15.02.2016 ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Ablieferung wurde von Matthias Burkhalter betreut.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: Protokolle der Gremien (Delegiertentag bzw. Delegiertenversammlung, Zentralvorstand), Präsidialakten, Unterlagen zum Spielbetrieb, Drucksachen, Akten von Regionalverbänden und einzelnen Sektionen.

Bewertung und Kassation

Mit Ausnahmen von Doubletten, Mehrfachexemplaren und einzelnen Buchhaltungsunterlagen wurden keine Kassationen vorgenommen.

Neuzugänge

Nachlieferungen werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen vorwiegend in deutscher Sprache.

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen

Dominique Marcel Fankhauser: Die Arbeitersportbewegung in der Schweiz 1874-1947 : Beiträge und Kontroversen zur sozialen Frage im Sport, Wien 2010; Signatur: 123341

Karl Schwaar: Isolation und Integration : Arbeiterkulturbewegung und Arbeiterbewegungskultur in der Schweiz 1920-1960, Basel 1993; Signatur: 97281


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Der Bestand wurde in den Monaten April und Mai 2016 von Michelle Roth und Urs Kälin bearbeitet.