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RML/SAP Schaffhausen


Identifikation

Signatur:

Ar 61

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1976-1989

Umfang:

1.0 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Die Revolutionäre Marxistische Liga RML entstand 1969 als trotzkistische Abspaltung von der PdA; Kristallisationspunkt der Kritik war dabei die prosowjetische Haltung der PdA auch nach dem Einmarsch in der CSSR.

Zunächst in der Romandie (als „ligue marxiste révolutionnaire“, LMR) tätig, versuchte sie ab 1971 (Gründung der Zürcher Sektion) auch in der Deutschschweiz Fuss zu fassen, blieb dort aber stets schwächer als in der Romandie, wo die Konkurrenz durch die POCH fehlte.

1980 gab sich die Partei den neuen Namen SAP (Sozialistische Arbeiterpartei, später ArbeiterInnenpartei), französisch PSO, italienisch PSL; sie erreichte in Kantonsparlamenten (Zug, Aargau, Luzern, Bern) maximal ein bis zwei Sitze und ging nach 1987 in den verschiedenen „Grünen Bündnissen“ der einzelnen Kantone auf.

In Schaffhausen dürfte die RML erstmals etwa 1976 organisiert in Erscheinung getreten sein. Sie beteiligte sich 1979 und 1983 an den Nationalratswahlen und erreichte 0,92% bzw. 1,21% der Stimmen (zum Vergleich: POCH 4,1%/2,7%, SP beide Male etwa 35%). Ein Kandidat der RML nahm 1980 auch an den Regierungsratswahlen teil (543 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 8811).

Bei den Wahlen für die kantonalen und städtischen Parlamente 1980 und 1984 resultierten WählerInnenanteile zwischen 0,5% und 1%, während die POCH mit zwischen 4% und 5% jeweils zwei bis drei Sitze erobern konnte, 1984 in Listenverbindung mit der SAP.

1987 waren die Mitglieder der SAP führend bei der Gründung des GrüBü Schaffhausen beteiligt; in der Folge ist die SAP nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten.

Die RML/SAP Schaffhausen war stets eine sehr kleine Organisation. 1983 waren 6 bis 8, 1987 noch 5 Personen mehr oder weniger aktiv in der Sektion tätig; elf Personen bezogen 1984 die SAP-Publikation bresche.

Übernahmemodalitäten

Archiv der RML/SAP Schaffhausen wurde dem Schweizerischen Sozialarchiv im Dezember 1997 von Herrn René Holenstein übergeben. Zusätzlich zum Hauptbestand (RML/SAP Schaffhausen) war umfangreiches Material zur RML/SAP-Sektion Zürich, zur nationalen RML/SAP und zu Unterorganisationen wie dem Zentralamerikakomitee (ZAK) vorhanden. Die Verbindung zum Schaffhauser Material ist durch die Person des Einlieferers gegeben. Um die Einheit des Bestandes zu wahren, wurden diese Unterlagen an den Hauptbestand angegliedert. Auf eine künstliche Zusammenführung wurde verzichtet.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: Protokolle (Sektionsversammlungen, Sektionsleitung), 1976–1989; Protokolle des ZK der SAP, 1982–1987. Parteigeschichtliches (Strategiepapiere, Aktivitätenpläne, Parteiausschlüsse, Kopien von Staatsschutzakten etc.). Drucksachen (Flugblätter, Infobriefe, Schulungs- und Tagungsunterlagen). Korrespondenz. Materialien zu Aktionen der RML/SAP, 1976–1989. Dokumente zu nationalen, kantonalen und städtischen Abstimmungen, 1976–1989. Unterlagen befreundeter Organisationen. Verschiedenes.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Es besteht eine Schutzfrist bis zum 31. Dezember 2017. Einsichtnahme ist allerdings möglich, wenn Personen ein wissenschaftliches Interesse geltend machen können. Die Einzelheiten sind im Archivvertrag vom 22. Dezember 1997 geregelt.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Veröffentlichungen

Maulwurf: Jugendkreise der RML; 1971-1986; Signatur D 3104.

Provo: Das widerspenstige Jugendmagazin der RSJ (Fortsetzung von „Maulwurf“); 1986-1990 ca. zweimonatlich; Signatur D 4866.

bresche-Magazin: Organ der RML; 1971-1994; Signatur Z 562; daneben existierten branchenbezogene Unterserien.


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

archivische Verzeichnung und die Bestandesbeschreibung erfolgten im Rahmen eines Praktikums beim Schweizerischen Sozialarchiv in den Monaten September und Oktober 1998 durch Herrn lic. phil. Oliver Thiele, Zentralbibliothek Zürich.