SchweizMobil/Veloland Schweiz

Dieser Bestand ist vom 16.2. bis 23.3.2026 nicht verfügbar. Wir entschuldigen uns für die temporären Umstände und bitten Sie um Verständnis.

Identifikation

Signatur:

Ar SMobil

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1985-2023

Umfang:

13.3 m


Kontext

Abgebende Stelle
Schweiz Mobil, C. Frischknecht.
Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Die Anfänge von SchweizMobil liegen im Kanton Solothurn: Aus Opposition gegen einen Radwegnetz-Entwurf des Planungsverbandes Region Olten-Gösgen-Gäuen engagierte sich Markus Capirone im Namen der Arbeitsgemeinschaft Gäu bei der Ausarbeitung des kantonalen Richtplans, welcher 1987 verabschiedet wurde.
Einige Jahre später kam unter den späteren Initianten anlässlich eines Fests die Idee eines Solothurner Radwanderwegs auf. Der Kredit, der im Zusammenhang mit der 700-Jahre-Eidgenossenschaft-Jubiläum vom Kanton Solothurn für Projekte gesprochen worden war, bot dafür den geeigneten Rahmen. Ende 1990 reichten die Initianten für die IG Velo Olten, IG Velo Solothurn, VCS-Sektion Solothurn und die Grüne Partei Kanton Solothurn eine Eingabe ein, die trotz der Abgabe im letzten Moment zur Überraschung der Beteiligten angenommen wurde.
Die Umsetzung der Solothurner Radwanderwege erfolgte aus zeitlichen und finanziellen Gründen etappiert. Im Mai 1991 übergab das Velobüro Olten der Öffentlichkeit einen ersten Teil der Mittellandroute von Olten bis Wolfwil und Oensingen. Die zweite Etappe umfasste 1992 die Fertigstellung der Mittelandroute, die dritte Etappe 1993 die Jura-Route sowie die Verknüpfung mit den von Oskar Balsiger konzipierten Berner Radwanderwegen.
In Oensingen, dem einzigen Knotenpunkt der beiden Solothurner Routen, fand am 15. Mai 1993 die offizielle Eröffnungsfeier statt. Ebenfalls statt fand ein nationales Veloreisetreffen, zudem wurde ein Faltprospekt und ein Lesebuch herausgegeben. Neben literarischen und künstlerischen Beiträgen verfügte das Lesebuch über einen Informationsteil zu den Routen und dem touristischen Angebot in den jeweiligen Orten. Die Lancierung verlief erfolgreich und die Solothurner Radwanderwege fanden über den Kanton hinaus Beachtung. Kontrolle und Unterhalt der Signalisation übernahm das Velobüro Olten, dass zweimal jährlich die Routen abfuhr.

Relativ bald stellte sich heraus, dass eine Erweiterung der Radwanderwege wünschenswert wäre. In den folgenden Jahren kam es deshalb in mehreren Phasen zur Arbeit an einem Schweizerischen Radwanderweg-Netz. 1998 schliesslich erfolgte auf dem Bundesplatz die feierliche Übergabe der Schweizer Radwanderwege, die aus neun Routen, 3300 Kilometer Wegstrecke, rund 10'000 Wegweiser, 250 Infotafeln bestanden und zudem 750 Partnerbetriebe und mehr als 100 Problemstellen im Wegnetz aufwiesen, wobei das Velobüro Letztere in den nächsten Jahren mit den Kantonen zusammen beheben wollte. Das Projekt war ein Erfolg: Gemäss Hochrechnung waren im ersten Jahr drei Millionen Tages- und 120’000 Mehrtagesreisende im Veloland unterwegs. Wie bereits beim Vorgängerprojekt wurden begleitend zu den verschiedenen Radwanderwegen auch Reiseführer erarbeitet, die nicht nur praktische Tipps wie etwa Übernachtungsmöglichkeiten beinhalteten, sondern auch Informationen zu Flora und Fauna auf den Weg mitgaben.
Nach dem Erfolg der Radwanderwege kam es zur Zusammenarbeit mit dem Verein Schweizer Wanderwege, der ein Wanderwegnetz analog zu den Radwanderwegen aufbauen wollte. Im Diskussionsverlauf entstand schliesslich die Idee eines Langsamverkehrsnetzes für die gesamte Schweiz, welches vom Bund, den Kantonen sowie den betroffenen Tourismusorganisationen unterstützt werden sollte.
Im Jahr 2008 wurde SchweizMobil lanciert; die Verbreitung folgte anfänglich noch primär über die Routenführer, wobei bereits von Anfang an auch eine entsprechende Website existierte. Seit 2012 steht eine App zur Verfügung; in SchweizMobil finden sich heute die «Länder» Wanderland, Veloland, Mountainbikeland, Skatingland und Kanuland sowie die Wintervariante mit Winterwandern, Schneeschuhwandern, Langlaufen und Schlitteln.

(Quellen: R. Sidler; SchweizMobil)
Bestandesgeschichte
Die wertvolle Ersterschliessung entstand durch Roger Sidler. Folgender Text ist ein Auszug aus seiner Beschreibung:
"2023 entschied sich die Stiftung, die bis anhin ungelöste Frage, wie mit dem eigenen Archiv umgegangen werden soll, anzugehen. [...] Vorderhand lagerten auf der Geschäftsstelle rund 40 Zügelkisten mit rund 300-400 Ordnern in zwei Räumen. Ein Grossteil des Materials stammte aus dem Velobüro Olten und kam 2019 nach Bern, nachdem das Velobüro Olten auf Ende 2018 aufgelöst und ein Grossteil seiner Belegschaft neu von der Stiftung SchweizMobil angestellt worden war und neu in Bern arbeitete.
Die ältesten Bestände zu den Solothurner Radwanderwegen und dem Veloland Schweiz wurden bereits in Olten «archiviert», d.h. die als wichtig erachteten Ordner wurden nicht weggeworfen, sondern unbearbeitet in ein Lager gestellt. [...] Einen Sonderfall stellen die Akten zum Expo.02-Engagement dar. 2007 kam der zentrale Teil als Pflichtabgabe ins Schweizerische Bundesarchiv. Der Rest wurde als in sich abgeschlossener Bestand vorerst in Olten aufbewahrt. Die Akten des Schweizerischen Tourismusverbandes aus der Ära Peter Anrig und später der 1995 ins Leben gerufenen Stiftung Veloland Schweiz, ab 2007 Stiftung SchweizMobil, befanden sich seit je bei der Stiftung.
Die Begleitgruppe um Christian Frischknecht entschied sich dazu, dass Archiv professionell zu erschliessen und die Frage des geeigneten Standorts nach diesem Arbeitsschritt zu klären. Aus Platzgründen wurde das gesamte Material [...] nach Olten ins Velobüro Olten verfrachtet [...] In seinen Räumlichkeiten erschloss Roger Sidler das Archiv. [...]
Akten zu SchweizMobil und seinen Infrastrukturprojekten existieren nicht nur im eigenen Archiv, sondern auch in staatlichen Archiven. Das Schweizerische Bundesarchiv besitzt, wie bereits erwähnt, unter der Signatur J2.258-03#... [früher: J2.258#2003/294* (Zeitraum: 1998-2003)] den Bestand «Human Powered Mobility». Mit diesem Projekt nahm die Stiftung Veloland Schweiz an der Expo.02 teil.[...] Im Staatsarchiv Solothurn befinden sich mehrere Dossiers zu den Solothurner Radwanderwegen. Zudem hat Markus Capirone dem Staatsarchiv auch zwei Ordner über die politischen Aktionen der Grünen in Olten und Umgebung geschenkt, aus dessen Kreisen die Idee für die Radwanderwege hervorgegangen war."
Ergänzung:
Da die Lagerung in Olten nur als Übergangslösung gedacht war, erfolgte im Sommer 2024 eine Anfrage an das Schweizerische Sozialarchiv. SchweizMobil vergab in Absprache mit dem Schweizerischen Sozialarchiv einen Erschliessungsauftrag an das Archivdienstleistungsunternehmen Fokus AG, welches vor Ort in Olten Roger Sidlers Erschliessungsarbeit den Bedürfnissen des Sozialarchivs gemäss anpasste und den Bestand für die Langzeitarchivierung aufbereitete. Im Mai 2025 erfolgte der Transport ins Schweizerische Sozialarchiv.
Übernahmemodalitäten
Übernommen am 13.05.2025

Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt
R. Sidler ordnete und verzeichnete den Bestand im Auftrag von SchweizMobil erstmals. Seine Strukturierung wurde im Wesentlichen von Fokus AG übernommen. SchweizMobil und seine Vorgänger wurden jeweils als Teilbestände verzeichnet. Akten zur Planung der Radwanderwege machen die Mehrheit des enthaltenen Materials aus.
Neuzugänge
Es werden Neuzugänge erwartet.

Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift
Enthält Unterlagen in deutscher sowie teilweise in französischer Sprache.

Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in
Bearbeitet durch Fokus AG (A. Kashamkattil, F. Anderau) im Frühling 2025.