Arnold, Max (1909–1998)


Identifikation

Signatur:

Ar 138

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1938-1983

Umfang:

2.4 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Geb. am 8.1.1909 als Bürger von Schlierbach LU absolvierte Max Arnold die Schulen und eine Berufslehre in Kriens und Luzern. Von 1928 bis 1935 war er als Maschinenzeichner und Konstrukteur in der Privatwirtschaft tätig, 1936/1937 als Kanzlist in der städtischen Verwaltung von Zürich. 1938 bis 1946 Tätigkeit bei der Direktion für Militärflugplätze (DMP) in Dübendorf ZH und Stans NW als technischer Korrespondent bzw. Techniker. Mit 26 Jahren trat Max Arnold in den VPOD ein. In Stans gründete er die DMP-Sektion Nidwalden. Ferner übernahm er das Präsidium des schweizerischen Militärarbeiter-Kartells VPOD. Im August 1946 trat er in den Dienst des Zentralsekretariates des VPOD und wurde bereits im folgenden Jahr zum geschäftsleitenden Sekretär gewählt. Seit 1947 gehörte er der Geschäftsleitung des Föderativverbandes des Personals öffentlicher Verwaltungen und Betriebe sowie dem Bundeskomitee des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes an. Bis 1957 war Max Arnold Vizepräsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes.

Auch an der politischen Arbeiterbewegung nahm Max Arnold regen Anteil. In den 1930er Jahren engagierte er sich im Rahmen der sozialistischen Jugendbewegung; 1933 Beitritt zur Sozialdemokratischen Partei. Von 1935 bis 1948 war Max Arnold Mitglied der Geschäftsleitung der SPS, und in den Jahren 1939 und 1940 vertrat er die Zürcher Arbeiterschaft im Gemeinderat. In Stans gründete Max Arnold die Nidwaldner Arbeiter- und Bauernpartei, die er bis zum Wechsel ins Zentralsekretariat des VPOD präsidierte. 1951 erfolgte seine Wahl in den Nationalrat, dem er bis 1971 angehörte. Im Herbst 1975 rückte er für den verstorbenen Otto Schütz nochmals kurzfristig nach. Im Nationalrat gehörte Max Arnold zu den profiliertesten Vertretern der schweizerischen Arbeiterbewegung. Mit zahlreichen Vorstössen trat er für sozial fortschrittliche Lösungen ein (Frauenstimmrecht, Opposition gegen die atomare Aufrüstung, Institut für Konfliktforschung und Rüstungsbeschränkung, Einführung der 44-Stundenwoche [1958] etc.).

Als führender Linkssozialist hatte Max Arnold innerhalb der schweizerischen Gewerkschaftsbewegung einen schweren Stand. Seine Geradlinigkeit und seine Prinzipientreue führten vor allem in den 1950er Jahren zu verbandsinternen Spannungen und zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Spitze des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes.
Übernahmemodalitäten
Die vorsortierten Unterlagen wurden dem Schweizerischen Sozialarchiv 1997 und 1998 in zwei Ablieferungen übergeben. Eine Nachlieferung erfolgte im Februar 1999. Die chronologische Ordnung wurde grundsätzlich beibehalten.

Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt
Der Bestand enthält: Unterlagen zur Person: Autobiografisches, Zeitungsausschnitte, Verschiedenes. Korrespondenz (u.a. mit Helmut Hubacher, Robert Grimm, Hans Oprecht, Hermann Scherchen, Heinrich Buchbinder, Victor Schiwoff, Robert Bratschi, Xaver Schnieper). Beiträge von Emmy Moor und Fritz Pesch für den "OeD" (VPOD-Zeitung): Manuskripte, Zeitungsausschnitte. Unterlagen zur Nidwaldner Arbeiter- und Bauernpartei 1942–1944. Dokumente zur VPOD-Verbandsgeschichte, ca. 1946–1975. Unterlagen der Vereinigung Schweizerischer Republikaner, 1923–1933. Verschiedenes.

Der ganze Bestand enhält relativ wenig biografisches Material. Besondere Hervorhebung verdienen die Unterlagen zur Nidwaldner Bauern- und Arbeiterpartei sowie die umfangreiche Dokumentation zur VPOD-Verbandsgeschichte.
Neuzugänge
Es werden keine Neuzugänge erwartet.

Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache

Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in
Die Bearbeitung erfolgte im Herbst 1998 bzw. im Februar 1999 durch Urs Kälin.