Struktur


Aktenserien

Identifikation

Signatur : Ar 598

Entstehungszeitraum / Laufzeit : 1983-1992 [2009]

Verzeichnungsstufe : Bestand

Umfang : 0.05 m


Kontext

Abgebende Stelle

Liz Mennel, Zürich

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Am 01.04.1984 nahm Radio Riesbach als erstes Quartierradio der Schweiz seinen Betrieb auf. Liz Mennel, Peter Detsch, Beni Fehr, Jacques von Moos, Stefan Schmid und einige weitere Mitstreiter versorgten von diesem Datum an für sieben Jahre an drei Wochentagen das Quartier mit lokalen Nachrichten und Informationen. Dass Radio Riesbach überhaupt eine Konzession erhielt, grenzte an eine Sensation. Die Gründer wollten von Anfang an höchstens zehn Jahre Radio machen, danach sollten Junge das Projekt übernehmen, doch die wurden nicht gefunden. Zudem wurde auch die Radiolandschaft immer komplizierter. 1992 sollte das neue Radiogesetz in Kraft treten. Um weiter auf Sendung zu bleiben, hätten die Betreiber oder deren Nachfolger ein neues Konzessionsgesuch stellen müssen. Radio Riesbach stellte den Betrieb per 24.03.1991 ein.

Übernahmemodalitäten

Die Ablieferung erfolgte am 17.12.2015. Die Diplomarbeit sowie die Mitgliederzeitschrift (Ar 598.10.3b) gelangten im Sommer 2019 ins Schweizerische Sozialarchiv.

zum AnfangInhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält Grundsatzpapiere, Gesuchsunterlagen, Drucksachen (Mitgliederzeitschrift), Kopien von Staatsschutzakten, Bilddokumente, Zeitungsartikel sowie eine Diplomarbeit zu Radio Riesbach von 1988.

Bewertung und Kassation

Es wurden keine Kassationen vorgenommen.

Neuzugänge

Nachlieferungen werden nicht erwartet.

zum AnfangZugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift

Akten in deutscher Sprache

zum AnfangSachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

SOZARCH Ar 201.277: Dokumentation Radiopiraterie
SOZARCH F_1005: Menyhart, Dieter - Piratenradios [TON]

zum AnfangVerzeichnungskontrolle

Informationen des Bearbeiters

Der Bestand wurde im Dezember 2015 von H. Villiger bearbeitet.


Aktenserien

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Akten

Ar 598.10.1Diverses
1983-1992
1 Mappe, darin:
- Grundlagenpapier der Idee Radio Mobil (undatiert)
- Versuchserlaubnis für Radio Riesbach, 20.06.1983 (unterzeichnet von Pierre Aubert)
- Konzessionsgesuch Radio Riesbach, eingereicht an das EVED Bern (undatiert)
- „Einjähriges Jubiläum für Radio Riesbach“, 28.03.1985
- Die Radio Riesbach Story (Zusammenfassung von 7 Jahren Radio Tätigkeit) [Verein Radio Riesbach], 1992
- Fichen (Kopien von Staatsschutzakten): 08.11.1983 und 25.09.1984
- 93,0 Mitglieder Hörer Zeitung (einzelne Ausgaben), 1988 u. 1990
- Korrespondenz
- Flyer zur Finissage vom 24.03.1991
- Fotoaufnahme der Vorstandsmitglieder (Kopie)
- Aufkleber des Signets (Radio Riesbach 93,0)
- Negative, Positive
Ar 598.10.2Presseartikel
1983-1991 [2009]
1 Mappe
Ar 598.10.3aBrigitta Walser Zalunardo: Radio Riesbach. Ziel und Wirkung eines Quartierradios am Beispiel von Radio Riesbach
1988
Diplomarbeit am Geographischen Institut der Universität Zürich, Juni 1988, Typoskript, 174 Seiten
1 Mappe
Ar 598.10.3b93,0 MitgliederHörerZeitung
1987-1991
[Radio Riesbach] 93,0. MitgliederHörerZeitung, 1/87-3/91
[lückenhaft; es sind folgende Ausgaben vorhanden: 1/87, 9/87, 11/87, 1/88, 2/88, 3/88, 4/88, 5/88, 6/88, 7/88, 8/88, 9/88, 10/88, 11/88, 1/89, 2/89, 3/89, 4/89, 5/89, 7/89, 9/89, 12/89, 1/90, 2/90, 3/90, 4/90, 5/90, 7/90, 8-9/90, 10/90, 11/90, 12/90, 1/91, 2/91, 3/91]

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Tondokumente

SOZARCH F_1030275 digitalisierte Einheiten
1984-1991
Radio Riesbach nahm seinen Betrieb als erstes Quartierradio der Schweiz am 1. April 1984 auf. Liz Mennel, Peter Detsch, Geri Schaller, Jacques von Moos, Stefan Schmid, Beat Ramseier und einige weitere Mitstreiter versorgten von diesem Datum an für sieben Jahre an drei Wochentagen das Quartier mit lokalen Nachrichten und Informationen.
In den sieben Betriebsjahren entstanden 709 Sendung. Davon hat Liz Mennel, eine der Initiatorinnen, 144 Sendungen (oder fast 200 Sendestunden) aufgenommen, so dass wenigstens ein Teil dieser speziellen Radiogeschichte (Radio Riesbach blieb das einzige Quartierradio in der Schweiz) gerettet werden konnte. Hauptpfeiler der Konzessioneingabe war der Wunsch, mit Leuten aus dem Quartier ein Programm für die Quartierbevölkerung zu machen. Folgerichtig dominierten Sendegefäss wie das Quartier-Journal oder das Quartier-Mosaik mit kürzeren oder längeren Beiträgen über das Leben in Riesbach und mit Veranstaltungshinweisen. In den 1980er und 1990er Jahren entfaltete sich im Quartier eine rege Bautätigkeit, die die soziale Zusammensetzung veränderte und viel günstigen Wohnraum vernichtete. Diese Gentrifizierung und die mit ihr verbundenen Folgen waren immer wieder Thema im Radio Riesbach. Am Mikrophon äusserten sich Politiker und Politikerinnen dazu, aber auch zivilgesellschaftliche Gruppierungen wie der Verein Inneres Seefeld, der den Entwicklungen kritisch gegenüberstanden. Wiederholt berichtete das Radio auch über soziale Probleme im Quartier wie Drogensucht oder die Auffangstation Tiefenbrunnen. Mehr dem Alltäglichen zugewandt waren die Sendungen zu Themen wie Gärtnern, Kompostieren, Abfallbewirtschaftung und Ernährung.
IDer Betrieb von Radio Riesbach basierte auf unbezahlter Freiwilligenarbeit. Organisatorisch sorgten Vereinsstatuten und die verschiedene Kompetenzgruppen (Redaktion, Themensuche, Technik) dafür, dass die wöchentlichen Sendungen zustande kamen. Wie bei vergleichbaren Projekten auch spielte die Selbstreflexion und das Werweissen über den einzuschlagenden Weg auch bei Radio Riesbach eine wichtige Rolle. Nach rund fünf Jahren begann sich abzuzeichnen, dass ein kontinuierlicher Betrieb immer schwieriger zu organisieren war. Im März 1991 schliesslich stellte das Radio den Betrieb ein, weil die Aktiven keine Nachfolgerinnen und Nachfolger fanden.
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