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Schweizerische Journalistinnen- und Journalisten-Union, Union suisse des journalistes, Unione svizzera delle giornaliste e dei giornalisti


Identifikation

Signatur:

Ar 415

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1970-2000

Umfang:

4.5 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Die Schweizerische Journalistinnen- und Journalisten-Union (SJU) wurde am 10.10.1970 als Sektion des VPOD gegründet. Sie versandte ca. sechsmal pro Jahr das Informationsbulletin ‚SJU-News’ und gab die Zeitschrift ‚klarTEXT’ heraus, die als wichtiges Organ zu Medienbelangen auch von SJU-externen Medienschaffenden und ehemaligen Mitgliedern bzw. Sympathisanten gelesen wurde. Die Mitgliedschaft in der Journalisten-Union in Kombination mit einem Berufsregister-Eintrag berechtigte zum Bezug eines Presseausweises, dessen Ausstellung (auch) von der SJU besorgt wurde. Die umfangreichen Bestände der SJU lassen einerseits eine Analyse der Entwicklung dieser einflussreichen Mediengewerkschaft zu. Andererseits spiegeln sich in den Unterlagen diverse Entwicklungstendenzen des Mediensystems insgesamt, nicht zuletzt was die Konzentration der Presse bzw. das ‚Zeitungs-Sterben’ anbelangt. Interessant in diesem Zusammenhang sind Dokumentationen der SJU betreffend die Einstellung/ Fusionierung von Presseorganen mit entsprechenden Arbeitskonflikten. Während sich die Zeitungsvielfalt (beschleunigt durch das Aufkommen des Internet) verminderte, fand bei den elektronischen Medien mit den Lokal-Radios und –Fernsehen eine Ausdifferenzierung statt, was auch seinen Niederschlag in den Beständen der SJU gefunden hat, deren Exponenten zum Teil eine eher kritische Haltung zur Aushöhlung des SRG/DRS-Monopols einnahmen, einerseits aus Überlegungen des Arbeitnehmerschutzes und einer angeblich notwendigen Qualitätssicherung, andererseits wohl mit Blick auf die eigenen Mitglieder/ Sympathisanten aus den staatlich-konzessionierten Medienanstalten. Im Weiteren dokumentieren die Materialien der SJU auch die Positionierung im gewerkschaftlichen und politischen Spannungsfeld. Auf Anfang 1999 fusionierte die SJU mit anderen Gewerkschaften zur Mediengewerkschaft comedia, was zahlreiche Mitglieder zum Austritt bewog, weil sie sich mit der über das journalistische Feld hinausgreifenden Einheitsgewerkschaft nicht mehr identifizieren konnten. Korrespondierend mit der Bedeutung des Mediensystems und seiner Exponenten bieten die ins Sozialarchiv gelangten SJU-Bestände aus 30 Jahren - auch abgesehen von gewerkschaftlichen Belangen - eine Fülle höchst relevanten Materials.

Übernahmemodalitäten

Die Bestände der ehemaligen Schweizerischen Journalisten-Union gelangten 22.02.2006 ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Ablieferung wurde von Therese Fehlmann betreut. Das SJU-Archiv war bis zum Zeitpunkt der Uebernahme an der Monbijoustrasse 33 und in einem Archivraum der comedia an der Mattenhofstrasse aufbewahrt worden.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: Unterlagen zur Gründung, zu Aktionen und Veranstaltungen; Statuten; Jahresberichte; Protokolle der Generalversammlung, Vorstandssitzungen; Korrespondenz mit befreundeten Organisationen; Pressecommuniqués; SJU-Magazin; Korrespondenz mit einzelnen Mitgliedern (u.a. Niklaus Meienberg); Unterlagen zu Rechtsschutzfällen, den Sektionen, GAVs, Kommissionen und Arbeitsgruppen, Medienpolitik und Medienrecht; Betriebsdossiers; Bücher

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden Doppel- und Mehrfachexemplare sowie Buchhaltungsunterlagen.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.


Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen
Im SJU-eigenen Lenos-Verlag erschienene Publikationen: