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Schweizerischer Typographenbund (STB) / Fédération Suisse des Typographes / Federazione Svizzera dei Tipografi


Identifikation

Signatur:

Ar 411

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1893-1989

Umfang:

7.2 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Der Schweizerische Typographenbund (STB) wurde im Jahre 1858 in Olten gegründet und war die älteste nationale Berufsorganisation auf dem europäischen Kontinent. Bereits vor dieser Gründung organisierten sich allerdings die meisten Druckereien in der Schweiz in lokalen (typographischen) Vereinigungen, die teilweise sogar schon über Kranken- und Ausgleichskassen verfügten. Die gegensätzlichen Interessen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber führten im Jahre 1869 zum Bruch dieser als Korporation aufgebauten Vereinigung, worauf sich die (Buch-) Druckereibesitzer in einem eigenen Verband zusammen schlossen. Der STB bezweckte – ähnlich dem schweizerischen Lithographenbund – die Förderung der materiellen, geistigen und beruflichen Interessen seiner Mitglieder unter der Erzielung von günstigen Arbeitsbedingungen, der Pflege von Kollegialität, und der Gerechtigkeitssinnes, der Unterstützung seiner Mitglieder, der Förderung des Genossenschaftswesens, der Solidarität gegenüber anderen Gewerkschaftsverbänden und der Förderung der Berufsbildung. Er war konfessionell neutral und von keiner Partei abhängig. Innerhalb des STBs bestanden vier „Spartenverbände“ (Bildungsverband, Schweizerischer Buchdruckmaschinenmeister- und Stereotypeurenverband, Schweizerischer Maschinensetzerverband, Vereinigung schweizerischer Buchdruckhilfsarbeiter), welche wiederum in einzelne Ortsgruppen gegliedert warten. Die Hauptaufgabe dieser Abteilungen war die Weiterbildung der Mitglieder durch Vorträge, Fachkurse usw. Sie unterstützten die Sektionen bei den Durchführungen der GAV und besassen eigene Statuten. 1980 Zusammenschluss mit dem Schweizerischen Buchbinder- und Kartonagerverband (SBKV) zur Gewerkschaft Druck und Papier.

Übernahmemodalitäten

Der Bestand gelangte am 1. Dezember 2003, aus dem Zentralsekretariat der Comedia in Bern, ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Übergabe wurde von Therese Fehlmann betreut. Der Bestand wurde von Urs Kälin bearbeitet und von Roman Kern verzeichnet.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: Kassabücher; Bücher der Kranken-, Invaliden- und Arbeitslosenversicherung; Protokolle Zentralkomitee, Geschäftsleitung und Delegiertenversammlung; Weitere Protokolle; Unterlagen zu Vertragsverhandlungen und Schiedsgerichtsverfahren; Diverse Akten und Korrespondenzen; Im Bestand sind ausserdem zwei Protokollbücher des „Konkurrenzverbandes“ der Typographen der Welschen Schweiz (Fédération des Typographes de la Suisse Romande) integriert. (Das Sekretariat in La Chaux-de-Fonds wurde im Jahre 1910 aufgegeben und durch den Zentralvorstand in Lausanne ersetzt.)


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen vorwiegend in deutscher und französischer Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen

Binkert, G. (1883): Der Schweizerische Typographenbund: eine Denkschrift zur Feier seines 25-jährigen Bestandes. Basel. Signatur: Hg 269

Fritschi, Jakob (1951): Handbuch der Schweizerischen Arbeitnehmerverbände 1952. Zürich. Signatur: ZB FR 200, Freihand 03

Roth, Alexander (et al.) (1996): 150 Jahre Typographia: die älteste Züricher Gewerkschaft im Zeitraffer zwischen Gutenberg und Multimedia. Zürich. Signatur: GR 8958