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Sammlung Michel Fries zur Jugendbewegung der 1980er Jahre


Drucksachen

Ar 201.279.1
Flugblätter zur 80er-Jugendbewegung in Zürich

1980-1981

1 Mappe, ca. 220 Stück
Ar 201.279.2
80er-Jugendbewegung in Zürich: Zeitschriften

ca. 1980-1991

Auf der Welt ist es gar nicht schön, Auto 19b, undat. (1980)
A1 Auto, undat. (1980)
Subito, SOZARCH D 4660, 1-3 (1980)
grundsätzliche überlegungen über vv’s. offener brief an den stadtrat [Verein Pro AJZ], 1980
Actuel [Paris], no. 12, octobre 1980
Dorfgeischt [Verein für d’Leuegass, Horgen], Oktober 1981
SPEISEWAGEN-GESELLSCHAFT. Die Zeitung von vis-à-vis [AJZ Zürich], undat. (um 1981)
SÄCK, © Ro, 1984
SHANGHAI [Zürich], 1985
DER BALLISTIKER. Fotocopix, © Ro, 1986
Das Dreieck, Sondernummer Mai 1989
STATT WOHN HÄUSER, Winterthur 1980-89, eine der vielen Forschungen
Open Air Kasernenareal Zürich, 07./08.07.1989
NIZZA. Das Zürcher Stadtmagazin, Nr. 6/3.Jg., Juni 1991
NACH UNS DIE ZUKUNFT, undat.
Ar 201.279.3
Männerbewegung: Zeitschriften und Broschüren

ca. 1980-1985

Zürich, Juni 1983 [eigene Zeitung von Michel Fries und einer männerbewegten Gruppe]
De Maa, div. Nummern [vollständig unter folgender Signatur: SOZARCH D 4754. Nr. 1 (1979)-Nr. 19 (1984)]
Von Mann zu Mann, Männerzeitung, Nr. 11/1984
Einzelnummer Die Schwarze Botin, 25/Dezember 1984 [ vollständig unter folgender Signatur: SOZARCH D 4604, 1976,Nr. 1-1986/87, Nr. 32/33]
HerrMann, die falsche Stimme im Männerchor, Nr. 4/1984
MA! Revue Anarchiste, no 2, mai 1985
Prüdographie, undat. (1984)
Männer weinen nicht, sie singen. Alvaro. Gedichter und Lieder, undat.
Ar 201.279.4
Diverses

ca. 1980-1984

1 Mappe, darin:
- Hausverbot Globus („Sie sind hier unerwünscht. Bitte verlassen Sie unser Haus unverzüglich! Nichtbefolgung hat Massnahmen und Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch zur Folge. Direktion GLOBUS ZUERICH“) ; GRATIS-Abonnement. In eigener Sache / Gäge Gschtank und Meis! Ich, Inhaber dieses Ausweises, will meine Gesundheit nicht ruinieren, und benütze demzufolge die Buslinie 32 zw. den Stationen Limmatplatz und Kernstrasse solange gratis, bis die Verkehrsimmissionen in der Langstrasse auf ein menschenwürdiges Mass reduziert worden sind. Datum: …. / Unterschrift: ….. ; „scheiben. scheiben sind in einem tag wieder ersetzt / polizisten sind stark wenn sie das pflaster am kopf haben / des politikers waffe ist die sprache / MALT DIE STADT ZÜRICH AN!!“ ; „KANZLEI wänn mir nöd / au d’schmier nöd / Achtung Sprèngung!“
- Eigene grafische und journalistische Arbeiten, 1 Umschlag, ca. 1980-1984

Fotodokumente

945 digitalisierte Einheiten

1980-1981

1980 beginnen in verschiedenen Schweizer Städten Ereignisse, die später unter dem Schlagwort Jugendunruhen zusammengefasst werden. Viele Jugendliche sind unzufrieden und fordern selbstverwaltete Räume und mehr Unterstützung für ihre Kultur. Die Hinhaltetaktik von Behörden und die Ignoranz vieler Politiker diesen Anliegen gegenüber sind auf die Dauer frustrierend. Die Jugendlichen demonstrieren auf der Strasse, wo es sehr bald zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei kommt. Auch in Zürich entwickelt sie die Situation so. Die vielen Unzufriedenen erhalten zwar mit der Liegenschaft an der Limmatstrasse 18/20 schon bald ein Autonomes Jugendzentrum – sind dann aber mit dem Betrieb und der sich entwickelnden Eigendynamik (vor allem mit dem AJZ als Drogenumschlagplatz) überfordert. Auch die Stadtbehörden und die Ordnungsorgane handeln in dieser turbulenten Zeit kaum mit klarem Kopf. Viele Demonstrationen eskalieren in Gewalt – ausgehend von beiden Seiten. Während zwei Jahren ist Michel Fries Teil dieser Bewegung. Der Horgener verbringt viel Zeit auf Zürichs Strassen und im AJZ. Immer dabei: seine Fotokamera. Er hält Tränengaswolken und zerbrochene Schaufenster fest, fotografiert den Alltag im AJZ mit seinen Konzerten, dem friedlichen Beisammensein – aber auch das Elend und den Müll. Seine Aufmerksamkeit gilt den überall hingesprayten Spontisprüchen, den Schmähungen an Politiker, Polizisten und Justizvertretern. Die Fotos von Fries sind sorgfältig gestaltet, mit grossem Flair für Lichtführung und Ausschnittwahl. Auffallend ist die melancholische Stimmung, die vor allem die Fotos aus dem AJZ vermitteln. Fries zeigt auch die leeren Räume nach einem Anlass, irgendwo hingeflätzte Penner, demolierte Einrichtungen. Der Bestand umfasst über 900 Fotos (und wenige Dias) aus den Jahren 1980 und 1981. Besonders zu erwähnen sind auch die beiden Objekte: Ein Stück Mauerverputz des AJZ und eine (gefälschte) Pro Juventute-Marke. - Fries hat neben den Zürcher Ereignissen auch an seinem Wohnort Horgen fotografiert, wo das Interesse vor allem der Erhaltung von günstigem Wohnraum im Dorfkern galt.

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Beschränkungen einsehbar.