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Vorlass Max Krieg/Tessiner Schwulenbewegung


Identifikation

Signatur:

Ar 36.111

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1971-1989

Umfang:

0.3 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Max Krieg, in der deutschen Schweiz geboren, wohnte in den 1970er und 1980er Jahren im Tessin.

Übernahmemodalitäten

Die Unterlagen gelangten im Februar 2007 ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Übergabe wurde von Franco Battel betreut.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Vorlass Max Krieg umfasst Dokumente zur Tessiner Schwulenbewegung aus den Jahren 1971 bis 1989. Der Grossteil des Vorlasses enthält Dokumente zum „Club In“ (associazione amici della musica jazz – Club In) in Lugano-Pregassona. Der Club wurde im Jahr 1972 gegründet und bestand bis 1983. Der Club verstand sich als eine Sektion der SOH (Schweizerische Organisation der Homophilen / Nachlass ebenfalls im Archiv) und arbeitete mit den anderen Clubs der Schweiz („hey“ in Zürich, „Ursus“ in Bern und „Isola“ in Basel) zusammen, pflegte aber auch Kontakte mit italienischen Gruppen. Eine Verbindung zu den ebenfalls in den Jahren nach Stonewall entstandenen HA-Gruppen (HAZ, HABS, HAB, HASG) bestand offenbar nur am Rande. Bemerkenswerte Aktivitäten des Clubs waren Veranstaltungen wie Vorträge von Arcadie-Direktor André Baudry aus Paris oder des bekannten italienischen Aktivisten Mario Mieli aus Mailand. Der Club intervenierte immer wieder bei Tessiner Zeitungen, um auf deren Berichterstattung zum Thema Homosexualität einzuwirken. Er knüpfte im Jahr 1979 mit einem Fragebogen aber auch Kontakte zu Parteien und Kandidaten für politische Ämter. Der neutrale Name des Clubs zeigt, dass es im Tessin nicht einfach gewesen sein kann, eine Organisation mit schwuler Bezeichnung zu gründen. Auf entsprechende Schwierigkeiten weist etwa ein im Vorlass dokumentierter Zwischenfall an der Eingangstüre hin, aber auch der Umstand, dass der Club sein Lokal schliesslich verlor und dieses nicht ersetzen konnte. Bezeichnend ist auch, dass mit Max Krieg ein langjähriger Aktiver aus der deutschen Schweiz stammte.

Speziell zu erwähnen ist das von Franco Battel mit Max Krieg am 16.07.2008 geführte Interview. Dieses Tondokument wurde digitalisiert und der Abteilung Bild+Ton des Schweizerischen Sozialarchivs übergeben.

Bewertung und Kassation

Es wurden keine Kassationen vorgenommen.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Es bestehen Benutzungsbeschränkungen. Die Einsichtnahme setzt das Einverständnis der Stiftung schwulenarchiv schweiz voraus.

Sprache/Schrift
Unterlagen vorwiegend in italienischer Sprache.

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Der Bestand wurde im November 2007 von Urs Kälin bearbeitet.