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pro audito zürich


Identifikation

Signatur:

Ar 600

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1912-2012

Umfang:

1.5 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Am 25. Oktober 1912 gründete die schwerhörige Diakonissin Anna Eidenbenz zusammen mit fünf Gleichgesinnten den Hephata-Verein Zürich als Selbsthilfe-Organisation für Gehörlose. Inspiriert wurde Eidenbenz durch ihr Zusammentreffen mit der «Mutter der Tauben», Margaretha von Witzleben, der Begründerin der deutschen Hephata-Vereine. Im Gegensatz zum klar evangelisch ausgerichteten deutschen Vorbild sah sich Hephata Zürich stets als überkonfessionelle Gemeinschaft.

Der Verein begann mit monatlichen Bibelstunden und Kursen im Lippenlesen. Zudem betrieb er eine eigene Bibliothek. Ab 1920 führte Hephata Zürich eine Wandergruppe, ab 1923 Strickstuben in mehreren Stadtzürcher Quartieren. 1926 gründete die mittlerweile in Schwerhörigenverein Zürich umbenannte Organisation eine eigene Hörmittelzentrale. Dank Verkaufsprovision konnte diese günstig Hörapparate abgeben.

Zu Beginn waren im Vorstand nur Gehörlose erlaubt, als Schutz vor unerwünschter Beeinflussung durch Hörende. Aufgrund der Wirtschaftskrise in den 1930er-Jahren richtete sich die Organisation als Fürsorgeverein für Schwerhörige stärker auf Sozialberatung und Arbeitsvermittlung aus. Diese Umstellung auf Fürsorge statt Selbstorganisation brachte auch Konflikte mit sich, da sich Gehörlose bevormundet fühlten. 1962 erfolgte die Rückbenennung in Schwerhörigen-Verein Zürich. Zwischen 1929 und 2006 präsidierten ausschliesslich Ohrenärzte den Verein. Seinen Zenit erreichte der Schwerhörigen-Verein 1977 mit 1459 Mitgliedern, davon 1360 Gehörlose.

Seit 1999 in pro audito zürich umbenannt, bietet die Organisation ihren Mitgliedern heute kulturelle Veranstaltungen, Unterricht für Gehörlose und Sozialberatung. Sie ist eines von 55 Kollektivmitgliedern des Dachverbandes pro audito schweiz.

Übernahmemodalitäten

Die Unterlagen von pro audito zürich gelangten im März 2016 aus der Geschäftsstelle, Seestrasse 45, 8002 Zürich, ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Übergabe wurde von Frau L. Curti betreut.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand dokumentiert die verschiedenen Aktivitäten von pro audito zürich: Kommunikationsunterricht, kulturelle Treffs, Anlässe und Ausflüge, Beratungen, Sozialdienst, Jugendarbeit sowie den Vertrieb von Hörgeräten. Die Akten umfassen Statuten, Jahresberichte, Protokolle, Korrespondenz sowie Unterlagen zu Veranstaltungen, Beratungen und zur Zusammenarbeit mit Behörden. Hinzu kommen vereinzelte Akten der Dachorganisation pro audito schweiz (vormals BSSV), anderer pro audito-Sektionen sowie von Drittorganisationen aus dem Arbeitsbereich von pro audito.

Der Bestand ist lückenhaft.

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden Doppel- und Mehrfachexemplare, rein administrative Akten sowie bereits im Sozialarchiv vorhandene Kleinschriften, Zeitschriften und Bücher.

Kassiert wurden folgende Zeitschriften: „Sozial aktuell“ (SOZARCH N 4058), „Soziale Sicherheit“ (SOZARCH D 4803), „Zeitschrift für Sozialhilfe“ (SOZARCH N 121)

Zusätzlich wurden folgende Bücher aus dem Bestand ins Bibliotheksmagazin des Sozialarchivs verschoben:

- Calkins, Earnest (1946): „And hearing not“ – Annals of an Adman. New York: Charles Scribner’s Sons. SOZARCH Hf 5506

- Richtberg, Werner (1980): Hörbehinderung als Psycho-Soziales Leiden. Bonn: Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. SOZARCH Hg 997

- Wethli, Jakob (1993): Abrechnung. Thalwil: Jako. SOZARCH Hf 5507

- Keller, Ulrich (1963-1967): Neigungs-Struktur-Test. Bern/Stuttgart: Hans Huber. SOZARCH Gr 13888

Neuzugänge

Neuzugänge werden erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar. Es gelten die ordentlichen Benutzungsbestimmungen des Schweizerischen Sozialarchivs.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen

Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Die Bearbeitung des Bestandes erfolgte im Mai 2016 durch M. Geissbühler.