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Dokumentation Hans Felix Pfenninger (1886-1969)


Identifikation

Signatur:

Ar 633

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1918-1957

Umfang:

0.3 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Hans Felix Pfenninger (1886-1969) war ein Schweizer Jurist. U.a. war er Zürcher Staatsanwalt, Professor an der Universität Zürich und ab 1933 Grossrichter am militärischen Divisionsgericht 5a (später 6) Zürich. Später war Pfenninger auch Mitglied des Militärkassationsgerichts und von 1946 bis 1956 dessen Präsident. Als Oberrichter am Divisionsgericht hatte Pfenninger den Vorsitz in mehreren Verfahren der Militärjustiz gegen Schweizer Bürger, welche im Spanischen Bürgerkrieg meist auf Seite der Republik gegen die Truppen Francos kämpften, sog. „Spanienfahrer“ oder „Spanienfreiwillige“. Die Strafpraxis der verschiedenen Divisionsgerichte variierte schweizweit stark, wobei das Zürcher Divisionsgericht unter Pfenninger die härtesten Urteile sprach. Weitere Akten zu den Spanienfreiwilligen-Prozessen finden sich im Bundesarchiv, weitere Akten zu Hans Felix Pfenninger im Staatsarchiv des Kantons Zürich (Nachlass ursprünglich im UZH Archiv gemäss Wikipedia.)

Quellen:

- Bader, Karl S.: Professor Dr. Hans Felix Pfenninger, in: Jahresbericht der Universität Zürich 1969-1970, Nekrologe, S. 90-92 [http://www.archiv.uzh.ch/dam/jcr:ffffffff-92dc-1ae4-ffff-ffff8468bf24/Jahresbericht_UZH_1969_1970.pdf]

- Hans Felix Pfenninger in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Felix_Pfenninger [Stand 23.08.2017]

- Website IG Spanienfreiwillige: http://www.spanienfreiwillige.ch/urteile.html [Stand 23.08.2017]

Übernahmemodalitäten

Der Bestand wurde dem Sozialarchiv am 12.07.2017 von Renate Walder übergeben. Die Herkunft der Akten ist unbekannt; eventuell stammen sie aus dem Besitz von Dr. iur Hans Ulrich Walder (1929-2008), Professor an der Universität Zürich und Vater von Renate Walder, oder von dessen Vater, Dr. iur. Hermann Walder (1891-1972).


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält Akten, Korrespondenzen und Zeitungsartikel zu Prozessen gegen Spanienfreiwillige und weiterer Prozesse der Militärjustiz. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Fall Otto Brunner 1939. Brunner war als Kommandant des Bataillons „Tschapajew“ einer der prominentesten und ranghöchsten Schweizer unter den Spanienfreiwilligen. Die Korrespondenz rund um den Prozess zeigt beispielhaft, wie Militärjustiz und Bundesrat auf verschiedene Weise in die Medienberichterstattung einzugreifen versuchten. Vorhanden sind zudem kritische Zuschriften von Sympathisanten der Verurteilten an Pfenninger und dessen Mutter. Neben den Spanien-Prozessen verdient der „Fall Manz“ aus dem Jahr 1931 Beachtung. Manz, Oberleutnant der Schweizer Armee, liess zwei Taxifahrern am Bahnhof Zürich nach einem Disput durch Kaderangehörige einer Schulkompanie verhaften. Der Fall Max Meier 1939-1940 schliesslich betrifft „Kommunistische Propaganda in der Armee“. Interessant ist insbesondere die Korrespondenz Pfenningers in seiner Funktion als Oberrichter der 6. Division mit der Universität Zürich und der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich mit Hinweisen auf die Verurteilung von Meier und einen weiteren, nicht verurteilten, Primarlehrer. Diese sollten „vom Schulwesen dauernd ferngehalten werden.“

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden einzelne Doubletten. Verschiedene kleinere Schriften zu juristischen Themen wurden der Abteilung Dokumentation übergeben.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Der Bestand wurde im August 2017 von M. Gafner bearbeitet.