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Anti-Apartheid Bewegung der Schweiz, Mouvement Anti-Apartheid Suisse


Identifikation

Signatur:

Ar 38

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1973-2003

Umfang:

3.0 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Am 10.2.1965 wurde das Mouvement Anti-Apartheid Suisse (MAAS) im Amphitheater des Cern in Genf/Meyrin gegründet. Erster Präsident der MAAS war der CERN-Physiker Michael John Pentz. Die Gründung der Anti-Apartheid-Bewegung in der deutschen Schweiz (AAB) wurde am 27.11.1974 in Gwatt beschlossen und erfolgte formell am 1. März 1975. Die AAB wurde von Paul Rutishauser präsidiert und umfasste fünf Arbeitsgruppen: 1. Patenschaften, 2. Tourismus und Auswanderung, 3. Kirche, 4. Gewerkschaften, 5. Information. Zur Vorgeschichte der AAB gehören Aktivitäten der Arbeitsgruppe Dritte Welt sowie der Informationsgruppe Südafrika in der Ostschweiz. Die AAB setzte sich zum Ziel, über die Apartheid zu informieren, konkrete Aktionen zu unterstützen und das Bewusstsein für Rassismusfragen zu fördern.

Erste Wurzeln des Engagements gegen die Apartheid sind in kirchlichen Kreisen zu erkennen. Später dehnte sich die Beteiligung in traditionellere linke Kreise aus, wohl auch, weil sich die AAB vermehrt gegen Bankgeschäfte und Waffenlieferungen einsetzte. Seit dem Übergang zur Demokratie in Südafrika (1994) nennt sich der Verein "AAB Südliches Afrika, Aufbau-Austausch-Bildung". Aus der AAB heraus entwickelten sich zwei Organisationen: a. Der „Früchteboykott“ in Basel mit eigenem Sekretariat koordinierte Produkteboykotte; b. in Bern leitete die „Aktion Finanzplatz Schweiz–Dritte Welt“ Untersuchungen gegen Firmen und Betriebe ein.

Übernahmemodalitäten

Eine erste Ablieferung im Umfang von einem Laufmeter erfolgte im Sommer 1993. Dieses Material wurde von Paul Rutishauser geordnet und befand sich vor der Übernahme durch das Schweizerische Sozialarchiv bei Samuel Batzli, Solothurn, der es für eine Seminararbeit auswertete. Im Herbst 1994 erfolgten zwei umfangreiche Nachlieferungen. Deren Bearbeitung und die Integration in den bereits vorhandenen Bestand wurde im Dezember 1999 von lic.phil. Claudia Graf vorgenommen. Eine weitere Nachlieferung mit den Unterlagen der 1990er Jahre gelangte Ende 2003 ins Sozialarchiv. Der Bestand wurde dem Schweizerischen Sozialarchiv als Schenkung überlassen.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: Sekretariatsakten 1973–1994: Protokolle; Korrespondenz; Drucksachen; Publikationen. Akten zu verschiedenen Aktivitäten, ca. 1977–1991 (Konferenzen, Symposien, parlamentarische Vorstösse, Petitionen, Früchteboykott, Aktionen zugunsten von Einzelpersonen). Dokumentation zu den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika (Banken, diverse Schweizer Unternehmen, Tourismus, Investitionstätigkeit). Unterlagen nahe stehender Organisationen. Verschiedenes.

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden Mehrfachexemplare, Buchhaltungsbelege und Akten zu rein organisatorischen Zwecken.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher und französischer Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Fichen und Kopien von Staatsschutzakten zu AAB/MAAS Schweiz befinden sich im Archiv Schnüffelstaat Schweiz Ar 47.

Veröffentlichungen

Anti-Apartheid-Nachrichten / Anti-Apartheid-Bewegung der Deutschen Schweiz, Jg. 1 (1977)-Jg. 18, Nr. 6 (Dez. 1994). [Ab Dezember 1994: AAB Nachrichten Südliches Afrika, Jg. 19, Nr. 1 (März 1995)-Jg. 19, Nr. 4 (Dez. 1995) ; 1/1996-3/2001]. Signatur: D 4037


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Die Verzeichnung erfolgte zu einem unbekannten Zeitpunkt durch Karl Lang.