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Volkshausstiftung Zürich


Identifikation

Signatur:

Ar 464

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1896-2013

Umfang:

3.2 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Seit 1896 beschäftige sich die von der Pestalozzi-Gesellschaft eingesetzte "Commission für Erstellung von Volkshäusern in Zürich" mit der Frage der Einrichtung von Volkshäusern. Zu den treibenden Kräften hinter diesen Bestrebungen gehörten Pfarrer Walter Bion, Eugen Bleuler und Robert Seidel. Bereits 1899 wurde eine Baukommission eingesetzt, deren Aktivität dann ab 1904 stark zunahm. 1904 gehörten der Baukommission Friedrich Erismann, Eugen Bleuler, Susanna Orelli und Robert Seidel an. 1906 kam die Stiftungsurkunde zu Stande und am 10. Mai 1907 fand die konstituierende Sitzung des Volkhausvereins Zürich im Schwurgerichtssaal statt.

1910 wurde in Zürich das erste alkoholfreie Volkshaus der Schweiz eröffnet. Während in anderen Städten der Schweiz in erster Linie die Gewerkschaften und die Sozialdemokratische Partei hinter der Gründung von Volkshäusern standen, wechselte in Zürich die Zusammensetzung der Initiantinnen- und Initiantengruppe in der zwanzigjährigen Gründungsphase mehrmals. So engagierten sich hier, neben der Arbeiterbewegung, auch Sozialreformer, Pfarrer, die Gründerinnen des späteren Zürcher Frauenvereins und die Stadt. Die Abstimmung über städtische Subventionen an den Volkshausbau wurde 1906 mit der Kunsthausvorlage gekoppelt. Nach Fertigstellung des Baus übernahm das Volkshaus rasch die Rolle der zentralen Örtlichkeit der Zürcher Arbeiterbewegung. Zur Hausstruktur gehörten Bäderanlagen im Untergeschoss, ein alkoholfreies Restaurant, Vortragssäle und Sitzungszimmer, diverse Gewerkschaftsbüros, zwei Bibliotheken (Pestalozzigesellschaft, Unionsbibliothek) und Wohnungen. 1928 wurde der grosse Theatersaal mit einer Kapazität von rund 1'200 Sitzplätzen eingeweiht. Von Beginn an war das Volkshaus Zürich in der Rechtsform einer Stiftung organisiert. Die wichtigsten Organe waren und sind der Stiftungsrat und die Betriebskommission. 1979 wurde das Alkoholverbot auf Gesuch hin aufgehoben.

Übernahmemodalitäten

Der Archivbestand gelangte am 13. Februar 2008 aus dem Estrich des Volkshauses ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Übernahme wurde von Marco Stella betreut. Eine zweite Ablieferung mit Protokollbänden diverser Gremien wurde dem Sozialarchiv am 6. Oktober 2010 übergeben. Die Dokumente der zweiten Lieferung sind in der Signaturgruppe Ar 464.35 verzeichnet.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Das Archiv der Volkshausstiftung Zürich enthält Akten der Stiftung, des Volkshausvereins sowie der Betriebskommission (Korrespondenz, Protokolle, Saalmiete, Personalakten, Drucksachen). Im Weiteren sind Unterlagen zum Bau und zu den diversen Umbauten und Renovationsarbeiten vorhanden (Pläne, Verträge, Kostenvoranschläge, Berichte). Hinzuweisen ist ferner auf den Bild- und Fotobestand. Die Gremienprotokolle (Volkshausstiftung, Volkshausverein, Betriebskommission) sind sehr lückenhaft.

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden Buchhaltungsunterlagen und Mehrfachexemplare.

Neuzugänge

Neuzugänge werden erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen

Geschäftsbericht/Volkshaus Zürich, Volkshausstiftung Zürich. –Zürich Volkshausstiftung, Signatur: K 441a

Mario Scascighini: La Maison du Peuple en Europe et en Suisse. le temps d'un édifice social, Lausanne 1989, Signatur: GR 6650

Susanne Eigenheer: Bäder, Bildung, Bolschewismus. Interessenkonflikte rund um das Zürcher Volkshaus 1890-1920, Zürich 1993, Signatur: 95554

50 Jahre Volkshaus Zürich 1910-1960, Zürich o.J., Signatur: QS 68.4

75 Jahre Volkshaus Zürich 1910-1985, Zürich 1985, Signatur: QS 68.4

100 Jahre Volkshaus Zürich. Bewegung, Ort, Geschichte. Hrsg. von Urs Kälin, Stefan Keller und Rebekka Wyler, Baden 2010


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Die Verzeichnung erfolgte im März 2008 durch Urs Kälin.