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Schweizerische Gesellschaft für Gruppenpsychologie und Gruppendynamik (SGGG)


Identifikation

Signatur:

Ar 530

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1975-1991

Umfang:

0.4 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Die Schweizerische Gesellschaft für Gruppenpsychologie und Gruppendynamik (SGGG) wurde 1974 gegründet. In der Zeit um 1968 kamen im deutschsprachigen Raum vermehrt Gruppenmethoden und -ansätze in der Psychologie auf. Man ging vermehrt davon aus, dass psychische Störungen und Beeinträchtigungen nicht nur auf die isoliert zu betrachtende Einzelperson zurückzuführen seien, sondern dass auch der Kontext der Person und ihre Interaktion mit der Umwelt eine Rolle spielten. Die SGGG setzte sich zum Ziel, in der Schweiz Fachleute aus den verschiedenen Bereichen der Gruppenpsychologie und -dynamik zu vernetzen. Sie bot eine breite Palette von Aus- und Weiterbildungskursen sowie Info-Veranstaltungen an. Ausserdem vertrat sie die Interessen der Mitglieder gegenüber den Behörden und der Öffentlichkeit. Die inhaltliche Arbeit wurde hauptsächlich in den Fachgruppen der SGGG geleistet. Bei der Gründung wurden drei Fachgruppen geschaffen: für Gruppenpsychotherapie, für Partner- und Familientherapie sowie für Gruppendynamik. 1980 kam (unter anderem auf Betreiben von Jean-Paul Gonseth) eine Fachgruppe für Gruppenberatung und Soziotherapie in Institutionen hinzu

Die SGGG und ihre Fachgruppen stellten hohe Anforderungen an Aspirantinnen und Aspiranten auf eine Mitgliedschaft. Sie wendeten viel Zeit für die Ausarbeitung entsprechender Richtlinien und die Überprüfung von Anwärter/innen auf. Damit wollte sie der Fachwelt ebenso wie der Öffentlichkeit Orientierungshilfe angesichts der unübersichtlich hohen Zahl von Angeboten für Gruppenverfahren bieten. Dies sollte zur Wahrung von Qualitätsstandards beitragen. Bis 1984 präsidierte der bekannte Sozialpsychiater Ambros Uchtenhagen die Gesellschaft.

Die SGGG löste sich 1992 offiziell auf. Ihre Nachfolge-Organisation, die Schweizerische Gesellschaft für Gruppendynamik (SGGD), bestand bis ins Jahr 2000, bevor sie sich ihrerseits auflöste.

Übernahmemodalitäten

Die Unterlagen der Schweizerischen Gesellschaft für Gruppenpsychologie und Gruppendynamik gelangten im März 2013 ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Übergabe wurde von Thomas Rüst betreut.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand umfasst Akten der Schweizerischen Gesellschaft für Gruppenpsychologie und Gruppendynamik (SGGG) sowie der Fachgruppe Gruppendynamik, unter anderem Korrespondenz, Protokolle, Konzepte, Notizen, Broschüren, Veranstaltungseinladungen und -programme sowie Jahresberichte. Die Akten der SGGG sind in erster Linie organisatorischer Art (Vorbereitung von Tagungen, Aufnahme neuer Mitglieder). Inhaltliche Fragen thematisieren die Unterlagen zur Vernehmlassung betreffend dem neuen Gesundheitsgesetz im Kanton Zürich 1979/1980 und zur Gründung der Fachgruppe für Gruppenberatung und Soziotherapie in Institutionen 1980.

Die Akten des SGGG decken die Jahre 1976 bis 1984 ab. Umfangreicher sind die Akten der Fachgruppe Gruppendynamik. Dieser Teil des Bestandes umfasst neben organisatorischen Akten auch Unterlagen zur Entwicklung des Ausbildungsgangs Gruppendynamik & Organisationsentwicklung, Zusammenfassungen von Veranstaltungen in den Fachgruppen-Mitteilungen, Bewerbungsunterlagen und die Korrespondenz von Armin Gloor, dem Fachgruppenpräsidenten in den Jahren 1980 bis 1985. Die Akten der Fachgruppe Gruppendynamik decken die Jahre von 1975 bis 1991 ab. Es bestehen jedoch teilweise Lücken für die Jahre 1985 bis 1987.

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden Doppelexemplare, Datensätze und rein administrative Dokumente. Ausserdem wurden aus den Bewerbungsunterlagen Universitätszeugnisse, Arbeitszeugnisse und Kursbestätigungen entfernt.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Für den Bestand gelten Benutzungsbeschränkungen. Für die Benutzung gesperrt sind die Bewerbungen für die Fachgruppe Gruppendynamik. Diese Unterlagen können für wissenschaftliche Zwecke mit Einwilligung der Leitung des Schweizerischen Sozialarchivs eingesehen werden.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache.

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Bearbeitung im Juli 2013 durch M. Geissbühler