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Schweizerischer Arbeitersänger-Verband, Fédération suisse des chorales ouvrières


Identifikation

Signatur:

Ar 58

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1876-1988

Umfang:

11.0 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Auf Initiative der Sänger des Arbeiterbildungsvereins „Eintracht“, Zürich, und speziell von Jos. Baumann, wurde am 4.3.1888 ein Rundschreiben an die Sängersektionen der allgemeinen Arbeitervereine in der Schweiz zur Abhaltung eines Gesangsfestes verschickt. Am 2. September 1888 wurde das Gesangsfest auf der Bürgli-Terasse (heute Kirche Enge) unter Beteiligung von sieben Vereinen abgehalten. Am 3. September fand eine Vorstände- und Direktorensitzung statt, an der die Gründung des Arbeiter-Sängerbundes der Schweiz beschlossen wurde. 1917 fusionierte der Arbeiter-Sängerbund mit dem Zentralverband der Grütli-Männerchöre zum Schweizerischen Arbeiter- und Grütlisänger-Verband, nachdem frühere Fusionierungsbestrebungen gescheitert waren. Mit dem veränderten Statut von 1920 erfolgte eine Namensänderung in Schweizerischer Arbeiter-Sängerverband (SAS). Der SAS umfasste damals 126 Sektionen mit rund 6’500 Mitgliedern.

Im Jahre 1928 trat der SAS der Internationale der Arbeiter-Sänger (IDAS) bei. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte der Schweizerische Arbeiter-Sängerverband zu den Gründungsmitgliedern der IDOCO (Internationale des Organisations Culturelles Ouvrières). Der Schweizerische Arbeitersänger-Verband (SAS) wurde im Sommer 2001 aufgelöst.

Übernahmemodalitäten

Archivalien des SAS wurden dem Schweizerischen Sozialarchiv erstmals am 7. November 1997 von Herrn Hansruedi Hensel, Oberburg, übergeben. Der Bestand „Arbeiterchor Davos“ wurde dem Sozialarchiv am 29. November 1997 durch Herrn Thomas Hensel, Gewerkschaftsbund Graubünden, übergeben. Die Archivalien zum Arbeiter-Männerchor Eintracht Gerlafingen, zum Arbeiter Gemischten Chor Langenthal und zum Arbeiter-Sängerkartell Oberaargau gelangten im Sommer und Herbst 2000 ins Sozialarchiv. Nach der Auflösung des SAS im Sommer 2001 wurde das Archiv des SAS am 22. Oktober 2001 von der Monbijoustrasse in Bern ins Schweizerische Sozialarchiv überführt.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält Unterlagen der Vorläuferorganisationen, insbesondere die Protokolle des Arbeitersängerbundes der Schweiz (mit Lücken für die Jahre 1910–1917) und des Zentralverbandes der Grütli-Männerchöre (1895–1917), die mehr oder weniger vollständigen Verbandsakten ab 1917 sowie die Unterlagen des Liederverlages des SAS mit zahlreichen Original-Musikpartituren bedeutender Komponisten. Sehr gut dokumentiert sind auch die grossen Sängerfeste. Besondere Beachtung verdienen ferner die Archivalien einzelner Sängerkartelle und Chöre. Umfangreichere Unterlagen sind für den Regional-(Kreis-)Verband II, für das Arbeiter-Sängerkartell Oberaargau (1931-1999) und für den Gemischten Chor „Flügelrad“ Bern (1939–1985) vorhanden.

Bewertung und Kassation

Es wurden kassiert ab 2002: Buchhaltung und Belege.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

[Darin u.a.: Programm und Text für den IV. Sängertag des Arbeiter-Sängerbundes der Schweiz, 21.6.1896 in Bern; Bericht des Kampfgerichts über die Gesanglichen Leistungen des V. Schweiz. Arbeiter-Sängerfestes am 19.6.1898 in Luzern; Programm und Liedertexte für den Sechsten und Siebenten Sängertag des Arbeiter-Sängerbundes der Schweiz, 17.6.1900/ 22.6.1902 in Zürich/Arbon; Bericht des Kampfgerichts über den Sechsten Sängertag des Arbeiter-Sängerbundes der Schweiz am 17.6.1900 in Zürich; Festbuch und Festheft (Gemischte Chöre) für den 8. Sängertag des Arbeiter-Sängerbundes der Schweiz, 3. Juli 1904, in Basel; XIV. Schweizerisches Arbeiter-Sängerfest Bern, Juli 1930: Kampf-Bericht und Festführer; 15. Schweiz. Arbeitersängerfest in Zürich, 9./10.7.1938 (50 Jahrfeier des SAS); 100 Jahre Männerchor „Freiheit“ Zürich, Zürich 1941, mit Vereinschronik von Walter Bützberger (Typoskript); 50 Jahre Sängerbund Zürich 1896–1946, Festschrift; Statuten verschiedener Chöre; Einzelnummern der Schweizerischen Sänger-Zeitung 1918, 1922, 1933–1936; Arbeitersängerfest ‘95 (IDOCO, SAS), Bern, 25.–28.5.1995: Festführer.]

Veröffentlichungen

Karl Schwaar: Isolation und Integration. Arbeiterkulturbewegung und Arbeiterbewegungskultur in der Schweiz 1920–1950, Basel 1993.

Pierre Jeanneret: Aspects de la culture ouvrière en Suisse (1918–1945), in: Cahiers d’histoire du mouvement ouvrier, 10 (1994), 27–51.

Erich Gruner: Arbeiterschaft und Wirtschaft in der Schweiz, 1880–1914, Bd. 3: Entstehung und Entwicklung der schweizerischen Sozialdemokratie, Zürich 1988, 583ff (Kap. 863: Gesellige Arbeitervereine am Beispiel der Arbeitersängervereine und ihres Liedgutes).

Robert Bolz: Von der Kooperation des Schweizerischen Grütlivereins mit unsern Arbeitersport- und Kulturverbänden, in: Gewerkschaftliche Rundschau, 1979, 350–360.

Verschiedene Fest- und Jubiläumsschriften des Schweizerischen Arbeiter-Sängerverbandes (s. Ar 58.35.1 und Ar 58.35.2).

Publikationsorgan:

Schweizerische Sänger-Zeitung : Organ des Schweizerischen Arbeiter-Sängerverbandes = Journal des chorales ouvrières suisses : organe de la Fédération suisse des chorales ouvrières. - 1911-. Signatur: D 4886


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Die Bearbeitung erfolgte im Juni 1998, im Herbst 2000 und im November 2001 durch Urs Kälin.