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Waldner, Liliane (Vorlass)


Identifikation

Signatur:

Ar 182

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1974-2003

Umfang:

1.3 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Liliane Waldner wurde 1951 geboren. Ihr Vater war ugandischer Student, ihre Mutter Schweizerin. Zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater wuchs Waldner im Stadtzürcherischen Wiedikon (Kreis 3) auf, wo sie bis heute lebt. Sie absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete ab 1970 bei der Siemens-Albis AG. Nach einer Zwischenstation bei Standard Telephon und Radio AG und einer Weiterbildung in Statistik stieg sie als Verwaltungsangestellte beim Statistischen Amt der Stadt Zürich ein.

1974 trat Liliane Waldner in die SP Zürich 3 ein. In jener Zeit interessierten sie vor allem Fragen der Quartierentwicklung. Sie setzte sich intensiv mit Wohn- und Strassenbauprojekten in Wiedikon auseinander. Aber auch mit Gleichstellungsfragen und Militärpolitik beschäftigte sie sich. Ihre Mitgliedschaft im Forum Jugend und Armee, sowie mehrere Artikel von ihr aus jener Zeit, bezeugen ihr Bekenntnis zur Milizarmee. Der Zürcher Jugendbewegung von 1980 stand Waldner skeptisch gegenüber. Zwar teilte sie zumindest stellenweise die Kritik an der offiziellen Politik der Stadt. Sie distanzierte sich aber von den Methoden der Bewegung und beanstandete ihr mangelndes theoretisches Fundament. In den Auseinandersetzungen zwischen der Geschäftsleitung der SP Stadt Zürich und den SP-Stadträten während der 1980er-Jahre stellte sie sich auf die Seite der Stadträte Emilie Lieberherr und Jürg Kaufmann. Sie wurde Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft Zürich (SAZ).

1983 wechselte Liliane Waldner ins Sozialdepartement der Stadt Zürich. Sie wurde 1. Adjunktin (persönliche Mitarbeiterin) von Emilie Lieberherr. In dieser Funktion war sie an allen wichtigen Projekten des Departements in jener Zeit beteiligt, sei es der Ausbau der Seniorenbetreuung, die Jugendarbeit oder die Neuausrichtung der Drogenpolitik. Waldner blieb bis 1994, bis zum Rücktritt von Emilie Lieberherr und der Departementsübergabe an Monika Stocker, im Amt. Danach bildete sie sich zur Betriebsökonomin weiter und arbeitete als selbstständige Geschäftsfrau.

Liliane Waldner wurde 1987 auf der Liste der SP Zürich 3 und 9 in den Kantonsrat gewählt. Hier setzte sie sich unter anderem für ein Verbot von Glücksspielautomaten und für ein konsumentenfreundliches Kleinkreditgesetz ein. 2003 wählte der Kantonsrat Liliane Waldner als SP-Vertreterin in den Bankrat der Zürcher Kantonalbank (ZKB). In der Folge trat sie aus dem Kantonsrat zurück.

In den 1970er- und 1980er- Jahren war Liliane Waldner auch publizistisch tätig. Sie verfasste zahlreiche Artikel, hauptsächlich für die Quartierzeitung Wiediker Post und für SP-Parteimedien (SP 3 Mitteilungen, Volksrecht und Profil), vereinzelt aber auch für Zürcher Tageszeitungen.

Übernahmemodalitäten

Der Bestand wurde dem Schweizerischen Sozialarchiv durch Liliane Waldner am 15.03.2013 übergeben.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand dokumentiert einerseits das politische Engagement von Liliane Waldner in der SP, im Quartierverein Wiedikon, im Verein „D’ Kaserne für Züri“, im Forum Jugend und Armee (FJA) sowie im Zürcher Kantonsrat. Andererseits bildet der Bestand die berufliche Tätigkeit von Liliane Waldner ab, hauptsächlich ihre Arbeit im Stadtzürcher Sozialdepartement von 1983 bis 1994. Interne Dokumente, wie beispielsweise Aktennotizen und Gesprächsprotokolle, geben Aufschluss über das Zustandekommen verschiedener Projekte des Sozialdepartements in jener Zeit. Auch zahlreiche von Liliane Waldner verfasste Artikel, Aufsätze und Leserbriefe fanden Eingang in den Bestand.

Einzelne Objekte und audiovisuelle Dokumente wurden der Abteilung Bild+Ton des Schweizerischen Sozialarchivs übergeben.

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden Doppel- und Mehrfachexemplare, öffentlich zugängliche amtliche Dokumente, Zeitungsartikel ohne Bezug zum Bestand, administrative Dokumente, sowie Drucksachen, die im Schweizerischen Sozialarchiv bereits vorhanden sind.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Beschränkungen einsehbar. Es gelten die ordentlichen Benutzungsbestimmungen des Schweizerischen Sozialarchivs.

Sprache/Schrift
Unterlagen grösstenteils in deutscher Sprache. Vereinzelt englisch- oder französischsprachige Unterlagen.

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Bearbeitung im Juni 2013 durch M. Geissbühler