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SP Frauen Schweiz, Femmes Socialistes Suisses, Donne socialiste svizzere


Identifikation

Signatur:

Ar 1.117

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1917-2007

Umfang:

3.2 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Die SP Frauen Schweiz bilden eine eigenständige Organisation innerhalb der SP Schweiz (Sozialdemokratischen Frauen der Schweiz). Alle weiblichen Mitglieder der SPS sind auch Mitglieder der SP Frauen. Die SP Frauen Schweiz verstehen sich als Bewegung des sozialdemokratischen Feminismus. Ihr Ziel ist die Gleichstellung aller Geschlechter, im politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Bereich. Positive Massnahmen zur Umsetzung der Frauenmenschenrechte und die Verhinderung der Diskriminierung von Frauen stehen dabei im Zentrum der politischen Arbeit.

Die SP Frauen hatten 2013 folgende Gremien: die Konferenz der SP Frauen, die Mitgliederversammlung der SP Frauen und die AG Gleichstellung. Das Präsidium wird alle zwei Jahre neu gewählt. Es besteht aktuell aus einer Präsidentin und einer Vize-Präsidentin. Mit der Zentralsekretärin und zwei weiteren gewählten Mitgliedern der SP Frauen Schweiz bildet das Präsidium die Geschäftsleitung.

Geschichtliches:

Die ersten Arbeiterinnenverbände entstanden in der Schweiz um 1889/90. 1912 schlossen sie sich der SP Schweiz an und trafen sich fortan in eigenen Konferenzen. Im gleichen Jahr beschloss der Parteitag der SPS, sich für das Frauenstimm- und -wahlrecht einzusetzen. 1917 lösten sich die Arbeiterinnenverbände auf; die Frauen wurden Mitglieder der SPS, mit dem Recht, sich in eigenen Strukturen zu organisieren. 1917 wurde die Zentrale Frauen-Agitations-Kommission (ZFAK) gegründet, ein SP-Frauen-Sekretariat wurde 1933 eingerichtet. 1949 trat die Zentrale Frauenkommission (ZFK) an die Stelle der ZFAK. 1984 wurde unter den SP-Frauen eine intensive Diskussion über den Beibehalt der Frauenstrukturen geführt und es wurde beschlossen, die Frauenstrukturen vorderhand nicht aufzulösen. 1996 verabschiedete der Parteivorstand der SPS das neue Reglement der SP-Frauen Schweiz; es ermöglichte Frauen eine Mitgliedschaft bei den SP-Frauen Schweiz ohne Beitritt zur Gesamtpartei. Zudem verfügten die SP-Frauen mit dem neuen Reglement erstmals über Budgetautonomie. 2012 beschlossen die SP Frauen, Arbeitsgruppen für alle Geschlechter zu öffnen.

Übernahmemodalitäten

Der Grossteil der vorhandenen Unterlagen gelangten aus dem Zentralsekretariat der SPS ins Schweizerische Sozialarchiv. Die älteren Akten stammen aus dem Besitz von Margrith Kissel (1887-1962).


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Vorhanden sind u.a.: Protokolle, Sitzungsbeilagen, Tätigkeitsberichte, Reglemente und Statuten, Presse-/Medienmitteilungen, Themendossiers, Dokumentationen, Statistisches, Unterlagen zu Frauenkonferenzen und Parlamentarierinnentreffen.

Für den Zeitraum 1917 bis 1949 bestehen erhebliche Lücken.

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden Mehrfachexemplare, Buchhaltungsbelege und Akten, die zu rein organisatorischen Zwecken hergestellt wurden.

Neuzugänge

Neuzugänge werden erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher, französischer und italienischer Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen

Claudia Heinzmann: Von der Sonderorganisation zur Parteieinheit. Entwicklungen weiblicher Organisationsformen im Kontext der Arbeiterbewegung in der Schweiz, dargestellt am Beispiel des Schweizerischen Arbeiterinnenverbands (1890 bis 1917), Lizentiatsarbeit phil.-hist., Univ. Basel, 2002. Signatur: Gr 10990

Liselotte Lüscher: Eine Frau macht Politik : Marie Boehlen, 1911-1999, Zürich 2009; Signatur: 121780