FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration: Dokumentation


Identifikation

Signatur:

Ar 690

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1981-2012

Umfang:

1.9 m


Kontext

Abgebende Stelle
FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration, Hohlstrasse 511, 8048 Zürich
Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Die Erklärung von Bern EvB (v. a. auch Regula Renschler) hatte sich bereits seit einiger Zeit mit dem Thema Frauenhandel/Kinderhandel auseinandergesetzt, als am 2. Oktober 1981 eine Reportage des Westschweizer Fernsehens über die Lebens- und Arbeitsbedingungen einer jungen Filipina in einem Zürcher Nachtclub das Problem einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte. Die beiden Verantwortlichen hatten zuvor mit Renschler in Kontakt gestanden und sie auf den Fall aufmerksam gemacht, worauf die EvB im gleichen Zeitraum eine Strafanzeige gegen den Barbesitzer sowie gegen Unbekannt einreichte – Zweiteres zwecks Abklärung, ob der Tatbestand des Frauen- und Kinderhandels gegeben war. Im Dezember kam dann in Olten erstmals eine Gruppe von über 40 Frauen aus Hilfswerken, kirchlichen Kreisen und Frauenorganisationen unter der Leitung von Renschler und Annette Kaiser (Swissaid) zusammen ("Oltener Frauengruppe"). Sie beschloss, sich gegen die Ausbeutung von Migrantinnen im Sexgewerbe und gegen deren Import als willfährige Ehefrauen in die Schweiz einzusetzen. Nach einer längeren Vorbereitungszeit, zu der auch Reisen nach Thailand und in die Philippinen und Kontakte mit dortigen Aktivistinnen gehörten, konnte zusammen mit Swissaid als Geldgeberin 1985 die FIZ-Geschäftsstelle (damals "Fraueninformationszentrum Dritte Welt") an der Quellenstrasse 25 in Zürich eröffnet werden. Erste Leiterin der Geschäftsstelle war die Ökonomin Annemarie Schmitz. 1986 konnte der Verein gegründet werden, dessen erste Präsidentin Regula Renschler wurde; sie wurde 1987 von Helen Zweifel abgelöst. Träger waren Swissaid, Fastenopfer, Terre des Hommes Schweiz, Caritas, der Evangelische Frauenbund Zürich, der Schweizerische katholische Frauenbund und der Weltkirchenrat in Genf. Der Vorstand war breit vernetzt – auch mit Frauen in denjenigen Ländern, aus denen ausgebeutete Migrantinnen stammten.

1996 erfolgte eine Namensänderung zu «Fraueninformationszentrum für Frauen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa» (2000). Seit 2008 ist FIZ unter dem Namen «FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration» aktiv. Thematisch liegt der Fokus bis heute auf Frauenhandel, häuslicher Gewalt, Fragen zu Sexarbeit und Aufenthaltsstatus. Die Zielgruppen erweiterten sich mit der zunehmenden Globalisierung.

[Anm.: Obiger Text wurde 2026 in Rücksprache mit R. Renschler angepasst.]
Übernahmemodalitäten
Der Bestand gelangte am 8. März 2021 ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Übernahme wurde von F. Kuriki betreut.

Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt
Der Bestand enthält in erster Linie die Dokumentation und die Pressespiegel des Fraueninformationszentrums zu Frauenhandel, Sexarbeit und Migration. Ferner sind diverse einschlägige Studien aus dem In- und Ausland vorhanden. Gut dokumentiert ist die Kampagen Ero 08 gegen Frauenhandel. Vier Kampagnenplakate von 1992 («Wissen Sie...?») wurden der Abteilung Bild+Ton des Schweizerischen Sozialarchivs übergeben.

Die vorhandene Ordnung der Unterlagen wurde weitgehend übernommen.
Bewertung und Kassation
Mit Ausnahme einzelner Dubletten und Mehrfachexemplare wurden keine Kassationen vorgenommen.
Neuzugänge
Es werden keine Neuzugänge erwartet.

Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift
Unterlagen vorwiegend in deutscher Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten
Drucksachen Archive Bibliothek
Veröffentlichungen

Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in
Bearbeitet im April 2021 von U. Kälin