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Landesverband der Schweiz. Kinderfreunde-Organisationen (LASKO)


Identifikation

Signatur:

Ar 46

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1912-2006

Umfang:

5.8 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Die erste Kinderfreundeorganisation wurde 1908 von Anton Afritsch in Graz gegründet. Von dort breitete sie sich zunächst über Österreich und dann über grosse Teile Europas aus. Für die 12 bis 14jährigen Kinder in den Gruppen der österreichischen Kinderfreunde kreierte Anton Tesarek (1896-1977) den Namen „Rote Falken“.

Der LASKO wurde 1928 als Dachverband der schweizerischen Kinderfreundeorganisationen mit Sitz in Zürich gegründet. Bereits im Jahre 1910 bestand in Zürich ein sozialdemokratischer Schulverein, der sich hauptsächlich aus weiblichen Parteimitgliedern zusammensetzte. 1918 erfolgte die Gründung des „Schweizerischen sozialdemokratischen Schulvereins“. Durch die Parteispaltung erlitt die sozialistische Erziehungsarbeit indes einen empfindlichen Rückschlag. Für die Geschichte des LASKO besonders bedeutsam war die Gründung des (Arbeiter-)Vereins Kinderfreunde Biel durch Albert Hofer (1873-1963). In Bern war es Anny Klawa-Morf, die 1922 gemeinsam mit Karl Geissbühler die erste Gruppe der Kinderfreunde ins Leben rief. Kurz darauf wurden in Zürich, Basel und Burgdorf weitere Gruppen gegründet. 1927 wurde Dr. Max Winter, einer der bekanntesten Förderer der internationalen Kinderfreundebewegung, in die Schweiz eingeladen. Als er in Bern referierte, wurde u.a. die Frage der Gründung eines Schweizerischen Landesverbandes diskutiert. Der Vorstand der Kinderfreunde Bern ernannte aus seiner Mitte einen Dreierausschuss, dem die Vorbereitung einer Landeskonferenz übertragen wurde. Diesem Ausschuss gehörten Jenny Grimm, Eugen Münch und John Klawa an. Nachdem der Ausschuss mit allen damals existierenden Kinderfreundeorganisationen Kontakt aufgenommen hatte, wurde 1928 die erste schweizerische Landeskonferenz nach Bern einberufen. In seinen besten Zeiten zählte der LASKO rund 37 Ortsgruppen. Er wurde 1996 aufgelöst.

Übernahmemodalitäten

Das Archiv des LASKO gelangte 1983/1984 im Rahmen einer kurzfristigen Rettungsaktion ins Archiv der Arbeiterjugendbewegung nach Oer-Erkenschwick (BRD). Auf Ersuchen der LASKO-Leitung konnte es im April 1997 ins Schweizerische Sozialarchiv rücküberführt werden.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: Statuten; Akten des Zentralvorstandes und der Landesleitung (Protokolle, Korrespondenz 1928-1996); Korrespondenz mit Verbandsgliederungen und befreundeten Organisationen (SPS, Gewerkschaften, Jugendverbände etc.), ca. 1933-1976; Internationales ca. 1933-1991; (Zelt-)Lager, ca. 1934-1990; Veranstaltungen und Einrichtungen, 1931-1995; Mitgliederlisten, Publikationen, Sammelgut. Speziell hervorzuheben ist der Filmbestand. Ferner sind vorhanden: Unterlagen zu Kinderfreunde Zürich 1929-1995, Sozialistische Erziehungsinternationale (SEI) und IFM ca. 1934-1991.

Bewertung und Kassation

Mit Ausnahme von Doppel- und Mehrfachexemplaren wurden keine Kassationen vorgenommen.

Neuzugänge

Neuzugänge werden nicht erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Verwandte Verzeichnungseinheiten

In der Abt. Bild + Ton des Schweizerischen Sozialarchivs sind zahlreiche Bilddokumente vorhanden.

Veröffentlichungen

Lizentiatsarbeiten an den Universitäten Bern (G. Bossart: "Die Schmiede einer neuen gesellschaftlichen Ordnung?". Der Versuch "sozialistischer Erziehung" im Landesverband der schweizerischen Kinderfreundeorganisation LASKO von 1928 bis 1953, 2004) und Zürich (S. Weibel: "Freundschaft!" Von Kinderfreunden und Roten Falken: Die Verwirklichung sozialistischer Erziehungstheorien in der Schweiz der Zwischenkriegszeit, 2006).


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Bearbeitet im Winter 1997/1998 von Urs Kälin.