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Aktion Finanzplatz Schweiz (AFP), Action place financière Suisse


Identifikation

Signatur:

Ar 518

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1966-2012

Umfang:

6.0 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Die AFP wurde 1978 unter dem Namen "Aktion Finanzplatz Schweiz - Dritte Welt" gegründet und verfügte ab 1982 über ein eigenes Sekretariat mit drei Teilzeitstellen. Zu den besten Zeiten zählte die AFP 3'500 Einzelmitglieder, zum Schluss waren es noch knapp 1'300.

Entstanden war die AFP aus der Drittweltbewegung heraus. 1968 war die Erklärung von Bern (EvB) gegründet worden, die sich entwicklungspolitisch bald radikalisierte. 1970 machte die Interkonfessionelle Konferenz Schweiz–Dritte Welt erstmals die Kapitalflucht aus den Ländern des Südens in die Schweiz zum Thema. 1976 stellte Jean Ziegler in einem Buch aufsehenerregend die Hehlerdienste der Schweiz unter jeden Verdacht. Wie zur Bestätigung platzte 1977 der Skandal bei der Chiasso-Filiale der Schweizer Kreditanstalt, die Milliardenvermögen italienischer Steuerflüchtlinge verschoben hatte. Die SP kündigte eine Bankeninitiative an, um das Schweizer Bankensystem gerechter zu gestalten. In diesem Zusammenhang gründeten 1978 zehn entwicklungspolitische Organisationen die Aktion Finanzplatz Schweiz. Sie sollte «als Plattform entwicklungspolitischer Gruppen der Unterstützung der Bankeninitiative dienen» und «gleichzeitig als Gegengewicht zur Sozialdemokratie sicherstellen, dass die Dritt-Welt-Problematik in der Initiative nicht zu kurz kommt». Getragen wurden die Aktivitäten vor allem durch die EvB und deren damalige Sekretäre Rudolf Strahm und Urs Haymoz.

Durch tragische Umstände verlor die AFP im Februar 2011 und im Januar 2012 ihre langjährigen Mitarbeiter Max Mader und André Rothenbühler. An der Generalversammlung vom 28. Juni 2012 fassten die Anwesenden einstimmig den Beschluss, die AFP aufzulösen. Die Aktivitäten werden von der Erklärung von Bern (EvB) weitergeführt.

Übernahmemodalitäten

Das Archiv der Aktion Finanzplatz Schweiz konnte am 02.08.2012 aus dem Sekretariat in Basel (Drahtzugstrasse 28) übernommen werden. Die Ablieferung wurde von Barbara Müller betreut.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Der Bestand enthält: die Vorstandsprotokolle 1983-2011, Sekretariatsakten, Unterlagen zu den zahlreichen Kampagnen (u.a. Anti-Apartheid, Bankeninitiative 1984, Personenkampagnen/Potentatengelder, Odious Debt Program, Apartheid Debt and Reparations Campaign) und zur Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Drucksachen. Die AV-Medien sowie die Bilddokumente wurden der Abteilung Bild+Ton des Schweizerischen Sozialarchivs übergeben und befinden sich zur Zeit in Bearbeitung.

Bewertung und Kassation

Kassiert wurden Mehrfachexemplare, Rechnungsbelege, Kontoauszüge, Unterlagen, die rein administrativen Zwecken dienten und bereits vorhandene Zeitschriften. Finanzplatz-Informationen (bereits vorhanden unter der Signatur: SOZARCH D 4087)

Neuzugänge

Nachlieferungen werden nicht erwartet


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.

Sprache/Schrift
Akten in deutscher, englischer, französischer, italienischer, spanischer, niederländischer und russischer Sprache

Sachverwandte Unterlagen

Veröffentlichungen

Stefan Howald: Die Fluchtgelder fliessen weiter [WOZ], Nr. 31, 02.08.2012


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Der Bestand wurde im Januar 2013 von H. Villiger bearbeitet.