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Nigg, Heinz (Vorlass)


Identifikation

Signatur:

Ar 1037

Entstehungszeitraum / Laufzeit:

1967-2020

Umfang:

1.0 m


Kontext

Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben

Heinz Nigg, geboren am 23. August 1949 in Zürich, ist Ethnologe, Kulturvermittler sowie Pionier und Förderer des partizipativen Video- und Filmschaffens. Er wuchs mit zwei Geschwistern in Zürich auf. Seine Eltern stammen aus einer Arbeiter- und einer Bauernfamilie im bündnerischen Maienfeld. Im Schuljahr 1967/68 weilte Nigg für ein Jahr als Austauschschüler in den USA, wo er in Chicago und San Francisco vom Aufbruch der 68er-Bewegung, den Hippies und Yippies, zu künstlerischem Schaffen und politischem Engagement inspiriert wurde. Von 1969 bis 1976 studierte er an der Universität Zürich Geschichte, Politikwissenschaft und Ethnologie, war Aktivist in der Jugendbewegung und in der lokalen widerständigen Kunstszene. 1974 reiste er als Assistent von Johannes Gachnang, Direktor der Kunsthalle Bern, nach New York. 1975 beteiligte er sich als Mitarbeiter von Isi Fiszman an der internationalen Kunstaktion Salto Arte in Brüssel. Von 1976 bis 1979 lebte Nigg in London, wo er ethnographische Feldforschungen über den Gebrauch audiovisueller Mittel in Community arts und Community Organizing durchführte. Seine Dissertation zu diesem Thema erschien 1980. Von 1979 bis 1980 war er Lehrbeauftragter am Ethnologischen Seminar der Universität Zürich. Wegen einer umstrittenen Videodokumentation über den Opernhauskrawall wurde ihm eine weitere Lehrtätigkeit an der Universität Zürich verwehrt.

Seit 1980 ist Nigg freiberuflich als Ethnologe und Kulturschaffender tätig. Seine Schwerpunkte sind soziale Bewegungen, Videoarbeit mit Gruppen, Partizipation in der Stadtentwicklung und die Darstellung von Migrations- und Mobilitätserfahrungen durch Selbstzeugnisse. Heinz Nigg arbeitet vor allem mit Porträts, basierend auf der Methode der Oral History. 2017 kuratierte Nigg für das Schweizerische Nationalmuseum die Ausstellung Rebel Video über die alternative Videobewegung der 1970er- und 1980er-Jahre in der Schweiz und Grossbritannien. Heinz Nigg beschäftigt sich auch immer wieder mit Medienkunst und Fotografie.

Übernahmemodalitäten

Die Akten wurden dem Schweizerischen Sozialarchiv am 5. Mai 2020 übergeben.


Inhalt und innere Ordnung

Form und Inhalt

Unterlagen zum Konflikt an der Universität Zürich, Ethnologisches Seminar, im Zusammenhang mit den Jugendunruhen 1980; Unterlagen zur 68-er Bewegung, Unterlagen zur 80-er Bewegung. Akten zur Videoarbeit von Heinz Nigg und zu Videoprojekten mit Jugendlichen und SeniorInnen, ca. 1980-1989 (Konzepte, Eingaben, Dokumentationen, Presseberichte, Fotodokumente); Dokumente betr. Video- und Filmfestival experiMENTAL 1991-1997; Unterlagen zu szenischen Lesungen und Ausstellungsprojekten. Semester- und Lizentiatsarbeiten von Heinz Nigg; Feldnotizen Community Medien, London (1977)

Gemälde, Poster, Mappenwerke und Ähnliches wurden an die Abteilung Bild + Ton des Schweizerischen Sozialarchivs abgegeben.

Bewertung und Kassation

Es wurden keine Kassationen vorgenommen. Eine Ausnahme bilden die im Kontext der Ausstellung "Da und fort" entstandenen Workshop-Unterlagen, die im Schweizerischen Sozialarchiv im Bestand SozArch Ar 201.158 bereits vorhanden sind.

Neuzugänge

Nachlieferungen werden erwartet.


Zugangs- und Benutzungsbedingungen

Zugangsbestimmungen

Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.


Sachverwandte Unterlagen


Verzeichnungskontrolle

Informationen der Bearbeiter*in

Der Bestand wurde im September 2020 von U. Kälin bearbeitet. Die vorhandene Ordnung und die Verzeichnung von Heinz Nigg wurden weitgehend übernommen.